Druckschrift 
IG-Farben, Auschwitz, Massenmord : Über die Blutschuld der IG-Farben ; Dokumentation zum Auschwitz-Prozess / Hrsg. von der Arbeitsgruppe des ehemaligen Häftlinge der Konzentrationslagers Auschwitz beim Komitee der Antifaschistischen Widerstandskämpfer in der Deutschen Demokratischen Republik
Entstehung
Seite
14
Einzelbild herunterladen

Heute kann bewiesen werden:

Dieser Zustrom von Arbeitssklaven nach Auschwitz ohne Rücksicht auf Unter- bringungsmöglichkeiten ging vor al- lem auf die Initiative der IG-Farben zu- rück(s. Anhang, Dokumente Nr. 76 bis 78). Der Vorsitzende des IG-Farben- Aufsichtsrates, Carl Krauch, war bei Göring vorstellig geworden, weil der Aufbau des IG-Werkes nicht schnell genug voranging, obwohl Göring schon früher außerordentliche Maßnahmen für denin höchstmöglichem Tempo durch- zuführenden Bau des Buna-Werkes

IG-Farben-Wünsche wurden zu

Das Drängen der IG-Farben wurde so stark, daß Himmler am 1. März 1941 selbst nach Auschwitz kam, um an Ort und Stelle Maßnahmen festzulegen, wie die Forderungen der IG-Farben zu er- füllen seien. In seiner Begleitung befan- den sich neben Vertretern der Berliner IG-Farben-Zentrale der Gauleiter, der Regierungspräsident, derHöhere SS- und Polizeiführer Schlesien und der Inspekteur der Konzentrationslager, SS- Obergruppenführer Glücks. (Kommandant in Auschwitz, a. a. O., S. 174)

Höß erhielt den Befehl, alle IG-Wünsche zu erfüllen. Die Bande zwischen der IG- Farben und der Kommandantur des KZ Auschwitz wurden nun noch enger. Am- bros, ter Meer, Bütefisch und Dürrfeld erhielten aus demStab Göring detail- lierte Informationen über die Perspek- tiven des KZ Auschwitz; der Inspekteur der Konzentrationslager und der Leiter des Wirtschafts- und Verwaltungshaupt- amtes der später von einem amerika- nischen Militärgericht zum Tode ver- urteilte SS-Obergruppenführer Oswald

Segensreiche Freundschaft

Ambros schrieb am 12. April 1941 seinen Kollegen ter Meer und Struss nach Frankfurt a. M., daß sich ihreneue Freundschaft mit der SS sehr segens- reich auswirke und wies begeistert auf die Möglichkeit hin,welche die Ein- schaltung des wirklich hervorragenden

14

Auschwitz in Ostoberschlesien gefordert hatte.(s. Dokumente Nr. 5 und 6)

Krauch verlangte namens der IG-Farben entschiedenere Maßnahmen, die Göring auch schleunigst ergriff. Über diese Ver- einbarungen wurden Ambros, ter Meer, Bütefisch, Santo, Dürrfeld, Faust und Eisfeld informiert. Himmler bestimmte den Chef seines persönlichen Stabes, SS- Gruppenführer Karl Wolff, als seinen Verbindungsmann zu der IG-Farben in allen das Werk Auschwitz betreffenden

Fragen.(s. Dokumente Nr. 7 und 7a) SS-Befehlen Pohl erhielt den Befehl, sich mit

dem Bauleiter der Buna-Fabrik in Ver- bindung zu setzen und das Bauprojekt durch verstärkten Einsatz von KZ-Häft- lingen zu unterstützen.

(Das Urteil im IG- Farben- Prozeß, Bollwerk-Verlag Karl Drott, Offenbach/ Main, 1948, S. 123)

Auschwitz sollte mit Hilfe der IG-Farben zu einem KZ-Kombinat werden. Auf der Grundlage von Vereinbarungen, die Bütefisch am 20. März 1941 in Berlin mit Wolff, Glücks und Lörner, dem Inspek- teur für den gesamten Häftlingseinsatz, getroffen halte, wurden am 27. März 1941 zwischen den Vertretern der IG-Farben und den Beauftragten der SS-Führung die Einzelheiten über den Einsatz der KZ-Häftlinge festgelegt. Die Gefangenen hatten im Sommer 10 und 11 Stunden. im Winter mindestens 9 Stunden zu ar- beiten. Die IG-Farben zahlte für einen Facharbeiter an die SS täglich 4 Mark, für einen Hilfsarbeiter 3 Mark(s. Doku- mente Nr. 8 und 9). Später wurde mit- geteilt, daß es sich um einenVorzugs- preis für den Konzern handele.

Betriebes des KZ-Lagers zugunsten der Buna-Werke betreffen.

(s. Dokument Nr. 10) Einer der IG-Bauleiter Murr hatte

schon im Wochenbericht der Ausch- witzer IG-Bauleitung bemerkt, daßmit