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Wie war das in Dachau? : Ein Versuch, der Wahrheit näherzukommen / von Johann Neuhäusler
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Damit die Lagerleitung auf den ersten Blick erkennen konnte, mit welcher Art von Gefangenen sie es beim einzelnen zu tun hatte, mußte jeder nebst seiner Nummer auch noch einen Tuchwinkel(a) bestimmter Farbe und Zeich-

nung an Joppe und Hose tragen:

Der rote Winkel kennzeichnete den politischen Häftling, der grüne Winkel den Berufsverbrecher,

der schwarze Winkel den Arbeitsscheuen oder Asozialen, der violette Winkel den Bibelforscher,

der rosa Winkel den Homosexuellen.

Ein Balken über dem Dreieck deutete an, daß der Träger schon zum

zweitenmal ins Lager gekommen ist(b).

Zur Kennzeichnung der Nationalität wurden in den Tuchwinkel noch Buchstaben eingezeichnet: F= Franzose, P= Pole usw.(c und d).

NV 2.

Die Juden

waren noch mit einem besonderen Zeichen gebrandmarkt, mit dem sogenannten Judenstern. Die Nichtarier waren ja vom Beginn des Dritten Reiches an beson- derer Verfolgung ausgesetzt, bevölkerten darum bald sehr zahlreich das Lager Dachau. Am 22. und 23. September 1938 wurden nach dem Bericht von Hans Schwarz 3800 Juden von Dachau nach Buchenwald gebracht. Gleichzeitig wurden aber schon 5000 Drillichgarnituren(= leichte Sommerkleidung) mit dem Judenstern versehen, ein Zeichen, daß mit einer Masseneinlieferung von Juden gerechnet wurde. Diese geschah dann auch nach dem Attentat von Herschel Grynszpan gegen ein Mit- glied der Deutschen Botschaft in Paris, Dr. Rath. Die erste Reaktion darauf war bekanntlich dieKristallnacht vom 9. November 1938 mit der Zerstörung von Synagogen, Plünderung der jüdischen Geschäfte, Mißhandlung vieler Juden usw. Dann kam die Inhaftierung: 2000 Juden, im Alter von 13'/2 bis 86 Jahren, kamen nach Dachau, wie man so sagte,zur nationalsozialistischen Umschulung. Ihre Zahl erhöhte sich in vierzehn Tagen auf mehr als 13000(H. Schwarz). Manche er- langten in den nächsten Monaten die Freiheit, als siefreiwillig große Vermögens- werte dem Reichschenkten und sich zur Auswanderung verpflichteten; nicht wenige aber starben an den schweren Mißhandlungen und Entbehrungen, nach

Schwarz über 700. Geistliche im KZ Dachau

Der Widerstand, der alsbald von den christlichen Kirchen gegen alle Ge- walttätigkeit, Glaubenslosigkeit und Unmoralität des Nationalsozialismus

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