Gleich hinter demselben war ein 1,2 m tiefer und 2,5 m breiter Graben. Das anze Konzentrationslager war mit einem elektrisch geladenen Stacheldraht und einer Mauer umzäunt, die eine Flucht so gut wie unmöglich machten.. Dicht hinter den Drähten an der Westseite war das Lager von einem tiefen, mit Wasser gefüllten Kanal umgeben. Dieser war mit der Amper verbunden,
die im Abstand von etwa 500 m westlich des Lagers floß.
An den wichtigsten Stellen und an den Kurven waren Wachtürme
aufgestellt, die von SS-Männern besetzt waren, u.a. auf dem schon erwähn- ten„Jourhaus“, von dem herab oft die das Ohr der Gefangenen so ver- letzende Stimme.des SS-Offiziers erscholl:„Turm A ohne Neuigkeiten“. Währenddessen spielten sich aber in der Nähe des Turmes geradezu dantische Szenen ab, wie Schlagen, Treten, Mißhandeln, Morden der Gefangenen, Aufnahme von Transporten, die sich aus Halbtoten und solchen Gefangenen Zusammensetzten, die zur sofortigen Liquidierung bestimmt waren.
Aus den Türmen ragten die Maschinengewehrläufe, die auf das Lager gerichtet waren. Bei irgendeiner verdächtigen Bewegung im„neutralen Strei- fen“ bzw. in der Nähe des Grabens und des Stacheldrahtes wurde von den Wachtürmen ohne Warnung geschossen, und der Gefangene, der sich auf die- sem Gebiet befand, wurde sofort„umgelegt“. Es kam des öfteren vor, daß Gefangene im Zustand von Wahnsinn und Verzweiflung sich bei Nacht gegen die Drähte warfen und dort umkamen. ö
Zur Vollständigkeit der Einrichtung des Konzentrationslagers müßte man noch die Baracken und Gebäude zählen, die sich zwar ringsum außerhalb des Stacheldrahtes befanden, mit denen die Gefangenen in ihrem Lagerleben jedoch auch direkt oder indirekt in Berührung kamen. Zu diesen zählte die Schreibstube der
politischen Abteilung.
Dort wurde über das Schicksal der Gefangenen entschieden. Von dort kamen die Befehle zur Freilassung, aber auch zur Hinrichtung einzelner Gefangener und ganzer Gruppen. Dort wurden des weiteren die Personalakten der Ge- fangenen aufbewahrt. Im Einvernehmen mit dem Lagerkommandanten gab man, wenn eine vorgesetzte Behörde Bericht über einzelne Gefangene ver- langte, zumeist negative Urteile ab.
Die politische Abteilung war auf dem Gebiete des Lagers gleichsam der verlängerte Arm der Gestapo.
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