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L. Hermann: G. Lutz
Liselotte Herrmann die erste Frau auf dem Schafott Hitlers.
Die Gestapo verhaftete sie im Februar 1936. Von dem Augenblick an, in dem sie das Stuttgarter Untersuchungsgefängnis betritt, beginnt ein Leidensweg tür sie, der sich hinter den Mauern, aus denen kein Laut an die Oeffentlichkeit dringt, zuträgt und den Liselotte Herrmann mit einem Mut, ja mit einer ruhigen Gefaßtheit erträgt, der für einen so jungen Menschen ungewöhnlich ist.
‚Ein Jahr dauert es, bis es zur Hauptverhandlung kommt. Man hat inzwischen die Namen von Freunden und Gleichgesinnten wissen wollen. Doch sie schweigt— schweigt auch dann, als man nicht davor zurückschreckt, ihr Kind im Nebenraum auf sie warten zu lassen und ihr die Freilassung in Aussicht stellt, wenn sie nur aussagt. Lieselotte Herrmann besteht diese größte seelische Folter, die man einer Mutter zumuten kann.
Nachdem das Todesurteil ausgesprochen ist, wird Liselotte Herrmann nach Berlin gebracht. Ein Jahr lang läßt man sie dort auf die Vollstreckung warten. Eines Gnodengesuches wird sie nicht für würdig gehalten. Aber das will sie auch nicht. Stolz und aufrecht geht sie ihren Weg zu Ende, so wie sie vor Jahren schon einmal ausgesprochen hat, daß sie sich ganz klar darüber ist, für ihre Veberzeugung einmal ihr Leben geben zu müssen.
Am 20. Juni 1938 wird das Urteil vollstreckt und der Leichnam dieser tapferen Frau in einer Ecke des Gefängnishofes verscharrt.
Gertrud Lutz, geb. Schlotterbeck, geb. 17. September 1910 in Reutlingen am 30. November 1944 wegen Vorbereitung. zum Hochverrat hingerichtet.
„liebe Alma und Otto!\ .. Klein-Wilfriede wurde mir am 10. Juni fortgenommen und in das NSV-Kinderheim nach Waiblingen gebracht. Nie werde ich das herzzerreißende Weinen des Kindes vergessen, als es.mir von tremden Händen genommen wurde. Ich bitte Euch also, wenn das Schlimmste eintreten sollte: Nehmt Euch des Kindes an, seid ihm Vater und Mutter und erzieht es zu einem rechten Menschen. Vergeßt aber nie, unserem Kind, wenn es einmal in ein verständiges Alter gekommen ist, vom Leben und Sterben seiner Eltern zu erzählen. Bewahrt ihm von dem, was noch vorhanden ist, auf, was noch möglich. Vielleicht erfreut sich der liebe kleine Spatz mal dran. h .. daß mein Herz voll Bitternis ist, versteht Ihr vielleicht, vielleicht auch. nicht. N Bleibt gesund und wohlbehalten. E Mit vielen herzlichen Grüßen Eure Trudel.‘
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