‚Konzentra*ionslager Oranienburg der Standarte 208 Oranienburg, den 17. Juni 1933\
Polizei-Abteilung
1) U der geheimen Staatspolizei Abteilung Potsdam zur Kenntnisnahme
2) Mit Bericht weiterleiten an den Heırn Polizeipräsidenten Graf Helldorf
Der am 16. Juni 1933 auf Veranlassung der Staatspolizeistelle Pots- dam im hiesigen Konzentrationslager eingelieferte Schutzhäftling Walter Klausch aus Nowawes wurde am selbigen Tage gegen
22 Uhr in seiner Zelle erhängt aufgefunden.
Klausch wurde auf Veranlassung der Polizei-Abteilung gegen 19 Uhr wegen Herausgabe sowie Druckens der»Roten Fahne« und weiterer politischen Delikte(Hochverrat) vernommen, wobei sich herausstellte, daß Kl. äußerst verstockter Kommunist war, der auch jetzt noch im Interesse der K.P.D. seine Aussagen machte. Bei der Vernehmung wurde ihm vorgehalten, daß er wissentlich seinen Auftraggeber verschweige, und er in Einzelhaft Gelegen- heit haben würde, sich auf den betreffenden Namen zu besinnen._ Kl. sollte dieserhalb wieder heute früh um 9 Uhr zur Vernehmung vorgeführt werden, und es ist sehr stark anzunehmen, daß
Kl.nur deshalb Selbstmord beging, um die Interessen der jetzigen K.P.D.nicht zu schädigen. Kl. machte den Eindruck eines geistig hochstehenden Menschen, der sehr geschickte Antworten gab,
aus denen ersichtlich war, daß Kl. einer mit der eifrigsten Vertreter der jetzigen K.P.D. sein mußte.
Irgendwelche Mißhandlungen sind bei der Vernehmung in keiner Weise vorgenommen worden.
Der Leiter des Konzentrationslagers Unterschrift Sturmbannführer


