Mit Bändchen, Schnallen und mit Spangen,
Zwerghafte Wesen, federleicht— Und viel sind viel zu lang' gegangen Und sind vom Regen durchgeweicht.
Man sieht die Mutter, auf den Armen Das Kind, vor einem Laden steh'n:
„Die Schuhchen, die, die weichen, warmen. Ach. Mutter, sind die Schuhchen schön!“
„Wie soll ich nur die Schuhchen zahlen? Wo nehm' das Geld ich dafür her....“ Es naht ein Paar von Holzsandalen.
Es ist schon müd' und schleppt sich schwer.
Es muß ein Strümpfchen mit sich schleifen, Das wundgescheuert ist am Knie
Was soll der Zug? Wer kann's begreifen? Und diese ferne Melodie
Auch Schuhchen können weinen, lachen. Da fährt in einem leeren Schuh
Ein Püppchen wie in einem Nachen Un! winkt uns wie im Märchen zu.
Hier geht ein Paar von einem Jungen. Das hat sich schon als Schuh gefühlt, Das ist gelaufen und gesprungen
Und hat auch wohl schon Ball gespielt.
Ein Stiefelchen hat sich verloren
Und findet den Gefährten nicht. Vielleicht ist der am Weg erfroren— Ach, damals fiel der Schnee so dicht.
Zum Schluß ein Paar, ganz abgetragen. Das macht noch immer mit, wozu?
Als hätte es noch was zu sagen.
Ein Paar zerriss'ner Kinderschuh'.
Ihr Heimatlosen, Kinderlosen,
Wer schickte euch? Wer zog euch aus? Wo find die Füßchen all, die bloßen? Ließt ibr sie ohne Schub' zu Haus?
Der Richter kann die Frage deuten. Er kennt der toten Kinder Zahl.
.... Ein Kinderchor Ein Totenläuten. Die Zeugen gehen durch den Saal.
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