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Geissel der Menschheit : kurze Geschichte der Nazikriegsverbrechen / Lord Russell of Liverpool ; deutsch von Roswitha Czollek
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wurden 17645 Juden hingerichtet. Gerüchte von Hinrichtungen in anderen Gebieten machten die Lage in Simferopol sehr schwierig. Berichte von Aktionen gegen Juden sickern allmählich durch flüch- tende Juden oder durch unvorsichtiges Gerede deutscher Soldaten durch.

Auf der westlichen Krim betrug die jüdische Bevölkerung nach deutschen Schätzungen Ende 1942 etwa 40 000 Menschen, von denen etwa ein Viertel noch in Simferopol selber lebte.

Anfang Dezember 1941 war der Stab der Einsatzgruppe D von Odessa nach Simferopol auf der Krim verlegt worden. Ein Einsatz- kommando hatte bereits die vorbereitende Registrierung und Ab- sonderung der Juden vorgenommen, und Ohlendorf wurde von dem Verbindungsoffizier der SS beim Armeehauptquartier davon infor- miert, daß die Armee darum ersuche, die Erschießung aller Juden Simferopols noch vor Weihnachten zu erledigen.

Die Ausführung wurde dem Kommando II B übertragen, dessen kommandierender Offizier, Karl Rudolph Braune, den Auftrag nicht mit den Kräften seiner eigenen Einheit bewältigen konnte und der deshalb das Armeehauptquartier aufsuchte und um Hilfe bat.

Man stellte ihm Lastwagen, Autos, Motorräder, Fahrer und Wach- mannschaften zur Verfügung, wobei vereinbart wurde, daß die Soldaten nicht an der eigentlichen Erschießung teilnehmen, sondern nur für Transport- und Sicherungsaufgaben verwendet werden sollten.

Dann begann die Hinrichtung. Die Juden Männer, Frauen und Kinder wurden auf Sammelplätzen zusammengefaßt, auf Last- wagen verladen und in Konvois, die in geeigneten Abständen fuhren, zum Schauplatz der Hinrichtung, einem Panzerabwehrgraben unweit der Stadt, gebracht. Dort wurden sie erschossen. Nach drei Tagen waren alle auf diese Weise umgebracht worden.

Über das Eigentum der Opfer wurde in der üblichen Weise ver- fügt; eine Ausnahme war lediglich, daß etwa 120 Uhren auf be- sonderes Ersuchen an die Elfte Armee geschickt wurden.

So ging das Blutbad vor sich eine sinnlose, mitleidslose Ver- nichtung unschuldiger Bürger, die nur deshalb umgebracht wurden, weil sie Juden waren.

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