Druckschrift 
Die Frauen von Ravensbrück / herausgegeben vom Komitee der Antifaschistischen Widerstandskämpfer in der Deutschen Demokratischen Republik ; zusammengestellt und bearbeitet von Erika Buchmann
Entstehung
Seite
158
Einzelbild herunterladen

Wir sehen nicht tatenlos zu, wie die herrschen- den Kreise in Westdeutschland die Expansions- politik der deutschen Militaristen im ersten und zweiten Weltkrieg fortführen. Deshalb muß der aggressive deutsche Militarismus gebändigt und mit der atomaren Aufrüstung Westdeutschlands endgültig Schluß gemacht werden. Massenvernich- tungswaffen in den Händen von Hitlergeneralen und SS-Offizieren bedeuten höchste Gefahr für alle Völker...

Wir haben hier im Osten Deutschlands die Leh- ren aus der unheilvollen Vergangenheit gezogen. Das Vermächtnis der Toten von Ravensbrück und die großen Ideen des antifaschistischen Freiheits- kampfes sind hier Wirklichkeit geworden. Wir haben zum ersten Mal in der Geschichte unseres Volkes das feste, unzerstörbare Fundament des

Humanismus und Sozialismus errichtet..... Bei uns werden Militarismus und Faschismus niemals wiederkehren.

Stellen wir uns mit gleicher Entschlossenheit wie die Völker, die das Freiheitsbanner gegen die faschistische Knechtschaft erhoben, mit unse- rer ganzen Kraft und Leidenschaft gleich, welche Sprache wir sprechen, unabhängig davon, zu welcher Weltanschauung oder Religion wir uns bekennen gemeinsam schützend vor das blühende Leben. Dann wird der Frieden in Europa und in der Welt triumphieren. So erfüllen wir das Vermächtnis unserer Toten.

Nach Rosa Thälmann sprachen Frauen aus Alba- nien, Belgien, Bulgarien, Dänemark, Westdeutschland, Frankreich, Großbritannien, Holland, Israel, Italien, Jugoslawien, Luxemburg, Norwegen, Österreich, Polen, Rumänien, aus der Sowjetunion, der Tschecho- slowakei und aus Ungarn ergreifende Worte des Ge- denkens an die Toten und der Mahnung an die Lebenden. Sie dankten der Regierung und der Bevöl-

158