24. 2.44
Brief an Br. Michael(Diakon), einen Mitbruder der Ge- sellschaft:
Lieber Bruder! Seit ich von Deiner schweren Ver- wundung weiß, denke ich täglich in meinen Gebe- ten in ganz besonderer Weise Deiner. Ich nehme innig Anteil an Deinen Leiden und Sorgen; es ist mir aber ein großer Trost, daß Du Deine Wunden im Dienste helfender Liebe erhalten hast(Sanitä- ter). So trägst Du sie als Ehrenzeichen der Dienst- bereitschaft. Und getröstet bin ich vor allem im Wissen, daß den Gottliebenden alles zum Besten gereicht.(Röm. 8. 28.) Es wird diese Zeit unfrei- williger Stille(wie mir) Dir zum Segen sein; ich denke an Ignatius und seine Berufung. Vielleicht- ich denke dabei auch an mich- muß Gott gerade so aktive Menschen zu der großen schöpferischen Pause zwingen, ohne die ichgelöste Hingabe nicht gefunden wird... Wie gerne käme ich Dich be-
suchen!
Und nun, lieber Bruder, sei Gottes Gnade mit Dir und gebe Dir wie mir den Frieden Christi, der durch nichts erschüttert werden kann. Liebe und Freude des Hl. Geistes!
In Treuen grüßt Dich Dein
il Br. Paulus


