Kleinsten geschildert, so daß ein Schimmer der Verklärung über allem liegt.— Und weiterhin die herzliche Freundschaft, die ihn mit vielen seiner Mitgefangenen verbindet; die Szenen des Abschied- mehmens der Entlassenen oder Beurlaubten und des Wiedersehens im finsteren Kerkerloch und des Fürimmerabschiednehmens im Sterben, wenn einzelne Gefangene die Schwere der Toriuren nicht mehr ertragen und die gegenseitige Hilfe in Krankheiten, wie es auch in den Gefangenenlagern unserer Zeit oft und oft geschehen ist: Das kann man, in Erinnerung an eigene Erlebnisse, nur mit feuchten Augen lesen, und man möchte das Büch- lein unsern früheren und jetigen Gefangenen still in die Hand drücken, damit sie Trost und Hilfe daraus schöpfen.
Sein größter Wert aber liegt in der diskreten Schilderung der seelischen Einkehr und Umwand- lung des Gefangenen Silvio Pellico selbst. Vorher war er, wie die revolutionäre Jugend seiner Zeit meist, freigeistig gesinnt, mehr oder weniger sein eigener Herrgott, der sich selbst seine Gesetze gab und nur sich verantwortlich glaubte. Dieses heim- liche Gößentum ist ihm„in Garcere et vinculis“ völlig vergangen. In der Einsamkeit ist er wirk- licher Christ geworden, wie er es„in dulei jubilo“ nie geworden wäre.„Ohne mich selbst herabzu- setzen und ohne voller Bedenklichkeiten wie ein Betbruder zu sein: So oft ich mich mit aller mög- lichen Geistesruhe prüfte, ward ich doch gewiß, daß ich die Züchtigung Gottes verdient hatte.
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