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Harburg, 7. 12. 52 7 /ilhelmstr. 36
Sehr geehrter Herr Direktor!
Für die freundliche Ubersendung der Hs 642 möchte ich Ihnen sehr danken. Ich habe dadurch in der vergangenen Woche die Hs untersuchen können und fand raeine Vermutungen bestätigt:
Die deutsche Legenda aurea Hs 642 Ihrer Bibliothek, die die Vorlage, die Johannes Schilter, deren Signatur die Hs auf fol b trägt, in seiner Ausgabe der " Elsassische und Strassburgische Chronik von Jacob von Königshoven " Strassburg I698 in den Anmerkungen ( S. 515 ff ) benutzt. Ihre Existenz ist bereits I9IO von Lucian Pfleger
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Strassburger Diözesanblatt 29, 3. 301 nachgewiesen und ihre Benutzung auch von Zeitgenossen Schilters in Strassburg von Medard Barth, Archiv für elsässische Kirchengeschichte 9, 1934 S. 148 Anm. 4. Beide Gelehrten hatten aber keine Kenntniss davon, dass sich das Exemplar erhalten hat. Es liess sich auch die Beobachtung von Pfleger a. a. 0. näher begründen, dass die Handschrift in ihrem Text auf die berühmte elsässische Übersetzung von 1302, Cod. germ. 6 in München, zurückgeht. Der Schreiber der Hs hatte Kenntnis von der Königshof en 1 sehen Chronik, da er in dem sonst nicht üblichen alphabetischen Inhaltsverzeichnis - es folgt
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sonst den Kirchenj ahr - historische Notizen aus Königshofen 1 3 alphabetischen Register' im allgemeinen wörtlich übernimmt ( Vgl. Hegel, Chroniken der dt. Städte 9» 871 ff. ) Ende des I5. Jh. war die Hs im Besitz Michel Grofeus, der 1492 warscheinlich in Hagenau i. Ξ. zum Schöffcm gewählt wurde ( Notiz im" Kalender ) Seine Besitz- cintragung von 1436 findet sich fol. 110 V . Da ich diese" kleinen Beobachtungen in einem Exkurs zu meiner Dissertation " Studium zur Bachmalerei .md Graphik am Oberrhein " niederlege, aber nicht weiss, ob :jie
gedruckt werden kann, wollte ich Ihnen diese Dinge ------ -
mitteilen. >
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