20.
jene Zeiten recht respektable Summen, die die Bedeutung der Woll- und Leinenweberei der
Grafschaft kennzeichnen.
Freilich waren diese Summen nicht reiner Gewinn, denn der grösste Teil des Flachses für die Herstellung des Leinens musste aus dem Hildesheinischen und Halberstädtischen bezogen
1)
werden. Bine Steigerung der ohnedies schon
in voller Blüte stehenden eigenen Flachserzeugung war nicht möglich. Jedoch wurde der eingeführte Flachs in der Grafschaft gesponnen und verarbeitet, sodass immerhin der grösste
Teil der Summe im Lande blieb.
2)
Inzwischen war auch im Jahre 1775 vom
Zeugmacher Kliebisch in Bleicherode eine neue Wollfabrik angelegt worden, in der hauptsächlich Etamine, welcher heute unter dem Namen Wollmusselin in den Handel kommt, gefertigt
3)
wurde. Auch in Ellricht hatte sich die Wollenweberei ausgebreitet. Im Jahre 1790 verarbeiteten dort 24 Meister 168 Ctr. Wolle, doch beschränkte man sich hier auf grössere Stoffe, auf Flanelle und einfache Rücher, die grösstenteils für das Ausland bestimmt waren. Wie vielseitig zu jener Zeit die Webindustrie war, mag folgende Musterkarte zeigen. Es wurden in jenen Jahren in der Grafschaft herge4)
stellt.
1)
Staatsarchiv Magdeburg Rep.A 19 8 VII. 88
著
3
體
1!
12
17
A 19 e VII. 65
A 19 VII.195 A 19 e


