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am Rirchweihfeſte. 529
deines heiligſten Fleiſches und Blutes und es iſt mir, als hörte ich dich heute zu mir ſagen, was du einſt zum Zöllner Zachäus geſagt haſt: „Ich muß heute in deinem Hauſe Einkehr neh⸗ men.“ O wie ſüß tönen dieſe Worte in meine Ohren! Du willſt dich alſo würdigen, o Herr, heute die arme Herberge meines Herzens zu be⸗ ſuchen und ich ſoll heute ein Tempel ſein, in welchen du einziehen, mein Herz ſoll der Taber— nakel ſein, in welchem du ruhen und meine arm⸗ ſelige Huldigung annehmen, meine Bitten hören willſt. O wie überaus gütig biſt du, o Herr! Aber weißt du denn nicht, daß mein Herz nicht bereitet iſt, dich würdig zu empfangen?! Ich ſehe heute dieſe Kirche feſtlich geziert, ich ſehe ſie mit Lichtern hell erleuchtet, ich höre die feierlichen Loblieder der Sänger dir zur Ehre, aber mein Herz iſt nicht mit Tugenden geſchmückt, mein Herz iſt nicht hell und rein und mein Mund weiß dich nicht zu loben und zu preiſen, ach mein Herz gleicht einem verfallenen, öden, wüſten Tempel voll Ungeziefer der Sünde, voll Dornen und Diſteln ungebändigter Leidenſchaften! Wie darf ich es wagen, dich in dieſes unreine, gar⸗ ſtige Herz aufzunehmen? Doch das heutige hei⸗ lige Evangelium gewährt mir Troſt. Zachäus war ein Sünder und doch ſprachſt du:„Ich muß
in deinem Hauſe einkehren.“ Du kamſt, um ihn 4
Jeſus, mein Alles. 3


