524 Komunnionandacht.
Anmuthung. ſein Jeſus! Furcht, Schrecken und Angſt ech ergreift mich, wenn ich bedenke, daß du, der gerechte, der heilige, der allmächtige Richter der Lebendigen und Todten zu mir in der hei⸗ ligen Kommunion kommeſt, jetzt verborgen unter der Brodsgeſtalt, aber einſt im furchtbaren Glanze deiner Majeſtät auf den Wolken des Himmels! Darf ich es denn wagen, jetzt vor dir zu erſchei⸗ nen? Soll ich nicht vielmehr fliehen und mich verbergen vor dir, o Herr?! Muß ich nicht mit Petrus ausrufen:„Herr, gehe weg von mir, denn ich bin ein ſündiger Menſch.“ Aber du ſagſt?„Wer meinFleiſch nicht ißt und mein Blut nicht trinkt, der hat das Leben nicht in ſich.“ Du ladeſt alle Müh⸗ ſeligen und Beladenen ein zu deinem Mahle, du willſt ſogar, daß auch ſchlechte Menſchen an Heer⸗ ſtraßen und Zäunen zu deinem Mahle kommen; du haſt geſagt, daß von denen, welche du zu deinem Mahle geladen haſt und die deiner Ein⸗ ladung nicht folgten, keiner an deiner Mahlzeit mehr theilnehmen dürfe. Was ſoll ich thun? Soll ich dich fliehen, o Herr, weil du der furcht— bare Richter biſt oder ſoll ich mich dir nahen, weil du der barmherzige, gütige, liebevolle Hei⸗ land biſt? Nein, fliehen kann ich dich nicht, von dir fern bleiben wäre ſchrecklicher als der Tod.


