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23. Sonntag nach Pfingſten. 521
aller Art wie ein Ausſätziger wage es, dich ſo⸗ gar in mein Herz aufzunehmen? Und du heſt mich nicht abgewieſen, du haſt mich nicht weg⸗ geſtoſſen, du haſt dich, göttlicher Arzt, herabge⸗ laſſen, mich heimzuſuchen. O wie unbegreiflich groß iſt deine Güte, wie kann ich dir dafür genug⸗ ſam danken! Weil du denn, o Herr, bei mir weileſt und bereit biſt, meine Bitten anzuhören, ſo neige denn gnädig dein Ohr und höre mich. Du kannſt die Wunden meiner Seele heilen; Leib und Seele müſſen durch dich geſund werden; denn ich berühre nicht dein Kleid, wie das Weib im Evangelium, ſondern ich genieße jetzt dein lebenſpendendes Fleiſch und Blut, vor dem ſelbſt der Tod weichen muß. Soll ich dir die Wun⸗ den meiner Seele zeigen, ſoll ich dir, gütigſter Arzt, klagen, welches Wehe meine Seele hat? Die Neigung zum Stolze, zum Neide, zum Zorne, zur Habſucht, zur fleiſchlichen Luſt, zur Unmäßig⸗ keit, zur Trägheit iſt in mir, und vielfach habe ich mich dadurch verwundet. Zudem iſt mein Wille ermattet und ſchwach, mein Verſtand ver⸗ dunkelt und mein Gedächtniß verunreiniget, ſo daß ich das Gute, das ich doch will, nicht thue, ſondern das Böſe, das ich nicht will. O lieb⸗ reichſter Arzt, tritt da in das Mittel, thu' weg von meinem Gedächtniſſe die ſündhaften Erinner⸗ ungen und Gedanken, erleuchte meinen Verſtand,


