300 Die Augsburgi Eheſtand, nehmen Niemand auf, ehe denn er zuvor einen Eid gethan habe, er wolle dieſe Lehre, ſo doch ohne Zweifel dem heitigen Evangelio ge⸗ mäß iſt, nicht predigen.
Unſere Kirchen begehren nicht, daß die Biſchöfe mit Nachtheil ihrer Chre und Würden wiederum Friede und Einigkeit machen, wiewohl ſolches den Biſchöfen in der gebührt. Allein ſie bitten darum, daß die Biſchöfe etliche unbillige Be⸗ ſchwerungen nachlaſſen, die doch vor Zeiten auch in der Kirchen nicht ge⸗ weſen und angenommen ſein, wider den Gebrauch der chriſtlichen gemei⸗ nen Kirchen, welche vielleicht im An⸗ heben etliche Urſachen gehabt, aber ſie reimen ſich nicht zu unſern Zei⸗ ten. So iſt es auch unleugbar, da
eetliche Satzungen aus Unverſtand angenommen ſind. Darum ſollten die Biſchöfe der Gütigkeit ſein, die⸗ ſelben Satzungen zu mildern, ſinte⸗ mal eine ſolche Aenderung nicht ſcha⸗ det, die Einigkeit chriſtlicher Kirche i erhalten. Denn viel Satzungen, kon den Menſchen aufgekommen, ſind mit der Zeit ſelbſt gefallen, und nicht usthig zu halten, wie die päpſtlichen Rechte ſelbſt zeugen. Kanns aber je nicht ſein, es auch bei ihnen nicht zu erhalten, daß man ſolche menſch⸗ liche Satzungen mäßige und abthue, welche man ohne Sünde nicht kann halten, ſo müſſen wir der Apoſtel
Regel folgen, die uns gebeut: Wir ſollen Gott mehr gehorſam ſein,
denn den Menſchen.
St. Petrus verbeut den Biſchöfen
die Herrſchaft, als hätten ſie Gewalt,
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die Kirchen, wozu ſie wollten, zu zwingen. Jetzt geht man viel da⸗ mit um, wie man den Biſchöfen ihre ondern man bittet
⸗
Gewalt nehme,
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und begehrt, ſie wollten die Gewiſſen 1 Wenn ſie aber ſolches nicht thun werden und dieſe Bitte verachten, ſo mögen
nicht zu Sünden zwingen.
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ſie gedenken, wie ſie werden deshal
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— hen Gott Antwort geben müſſen, die
Noth auch zu thun
ſche Confeſſton.
weil ſie mit ſolcher ihrner Härtigkeit Urſache geben zu Spaltung und Schisma, das ſie doch billig ſollen verhüten helfen.
Beſchluß.
Dieß ſind die vornehmſten Artikel die für ſtreitig geachtet werden. Denn wiewohl man vielmehr Mißbräuche und Unrichtigkeit hätte angiehen kön⸗ nen, ſo haben wir doch die Weit⸗ läufigkeit und Länge zu verhüten allein die vornehmſten gemeldet, da⸗ raus die andern leichtlich zu ermeſ⸗ ſen. Denn man in Vorzeiten ſehr geklagt über den Ablaß, über Wall⸗ fahrten, über Mißbrauch des Ban⸗ nes. Es hatten auch die Pfarrer
von wegen des Beicht⸗Hörens, des Begräbhniſſes, der Leich⸗Predigten und unzähliger anderer Stücke mehr. Solches Alles haben wir am beſten und um Glimpfs willen übergangen, damit man die vornehmſten Stücce in dieſer Sachen deſto eher vermerken möchte. Dafür ſoll es auch nicht ge⸗ halten werden, daß in dem Jemand Etwas zu Haß, zuwider, oder Unglimpf geredt oder angezogen ſei, ſondern wir haben allein die Stücke erzählt, die wir für nöthig anzuziehen und zu vermeiden geacht haben, damit man daraus deſto baß zu vernehmen habe daß bei uns Nichts, weder mit zehre, noch mit Ceremonien an⸗ genommen iſt, das entweder der heiligen Schrift, oder gemeiner chriſt⸗ lichen Kirchen entgegen wäre. Denn es iſt ja am Tage und öffentlich, daß wir mit allem Fleiß, mit Gottes Hilfe(ohne Ruhm zu reden), verhütet haben, damit je keine neue und gott⸗ loſe Lehre ſich in unſern Kirchen einflechte, nehme.
=
Die obge eem Ausf wollen, zu
unendlich Gezänk mit den Mönchen!
gekenntniß
E
einreiße und überhand


