22 Gebät vor dem Genuß des heil. Abendmahls.
der Siegel und Unterpfaͤnder meines Heils, theilhaftig werden ſoll. Wie glücklich bin ich, o Herr, daß ich dich, den einigen und vollkommenen Mittler zwiſchen Gott und den Menſchen, daß ich deine Lehre und dein Heil kenne, daß ich dich meinen Herrn und Gott nennen, mich deiner ſeligen Gemeinſchaft rühmen, und zu deinen Erlöſten und Freunden zählen darf! O wie viel habe ich dir, meinem Heilande, zu danken! Wie unwiſſend, wie verderbt, wie troſtlos, wie elend würde ich ohne dich und deine Gnade ſeyn! Wie unerträglich würde mir die Laſt meiner Sünden, wie fürchterlich die Er⸗ wartung der damit verdienten Strafen, wie ſchrecklich der Anblick des Todes und des Grabes ſeyn, wenn du uns nicht ſelbſt den gnädigen Willen Gottes bekannt ge⸗ macht wenn du dich nicht zum Opfer für unſere Sün⸗ den dahingegeben, und uns durch deinen Tod Gnade, Leben und ewige Seligkeit erworben hätteſt! Ja, alles Licht das mich erleuchtet, aller Troſt, der mich erquicket, alle Hoffnung, die mich belebet, ſind Geſchenke dei⸗ ner unverdienten Liebe. Wie theuer ſollt mir dann nicht dein Gedächtniß ſeyn;! Würde ich nicht der undank⸗ barſte, und niederträchtigſte unter den Sterblichen ſeyn, wenn ich deiner vergäſſe, wenn ich mit Kaltſinnigkeit und Gleichgültigkeit an dich gedächte, wenn ich mich weigerte, dir die Ehre und den Dank zu geben, die dir gebühren? Nein, göttlicher Erlöſer, ich folge deiner liebreichen Einladung mit Begierde und Freude. Ich komme, mich öffentlich für deinen Jünger und Vereh⸗ rer zu bekennen. Ich komme als ein mühſeliger und beladener Sünder, Ruhe für meine Seele zu ſuchen, und ergreife mit bußfertigem Glauben die Gnade, die du mir anbieteſt, und das große Heil, das du geſtiftet haſt. Ich komme, dir für dein Leiden und Sterben feierlich zu danken, mich dir zum Eigenthum aufzu⸗
orfern, und den heiligen Vorſatz zu erneuern, nicht mehr mir ſelber, ſondern nur dir zu leben, der du für mich geſtorben und auferſtanden biſt. Ich komme, meine Gemeinſchaft mit den Glaubigen zu unterhalten, und
mich aufs neue zu einer aufrichtigen Liebe gegen ſie zu verpflichten. O Herr! laß mein Vorhaben geſegnet ſeyn. Gib nicht zu, das ich bloß mit den Lippen zu 4 1 nahe
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chungen, die i
u halten. Liebe wilet
Gebät nat
Gütige Gott — auch vich ſondern deinen nem Mittler un ſeinem göttlichen bin ich gewiß n diget. Deſſen t durch das heilig ſti, durch welche gen habe, da daß ich alle D rigen Lebens ſch tigen Vyrſatz ſoll ich dr für ſam danken? rührten Herzer weiſet, daß in bin. Ich will ſoll einen blei meine Geſinnn ten. O Herr mahls ſo an! getrieben werd aller chriſtlich Ieſa Lehre zu


