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Allgemeines evangelisches Gesangbuch für das Grossherzogthum Hessen
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4u0 Geſinnung und Verhalten des Chriſten

auch fuüͤr den Schlummer der

Natur, fuͤr Froſt und Win⸗ ter danken wir, Herr, unſer Gott und Vater, dir.

2. Zwar liegt ihr grüner Schmuck zerſtört, von Schnee und Eis und Sturm ver⸗ heert; ein weites, weißes Grabgewand deckt Berge, Hügel, Thal und Land.

3. Doch hegt die Erde ſtill und groß, die zarte Saat in ihrem Schooß, die ſich im Frühling ſegensvoll entwi⸗ ckeln und uns nähren ſoll.

4. So nähret liebreich und geheim der holden Tugend erſten Keim die Mutter mit verborgner Luſt in ihrer zar⸗ ten Kinder⸗Bruſt.

5. So thut, was Andre ſegnen kann, der gute, der beſcheinne Mann, ſucht, wenn ſein Thun nur Gott gefallt, nicht das Geräuſch des Ruhms der Welt.

6. Doch wachſen ſoll der Tugend Saat; aufblühn, was er im Stillen that, zu reichen Aernten in der Zeit, zu reichern in der Ewigkeit.

7. Mag brauſen dann wohl um uns her des Win⸗ ters Sturm: auch er, auch er iſt deines Segens Diener, Gott, ſo fürchterlich er im⸗ mer droht.

8. Und wie viel Freuden danken wir ſelbſt in des Win⸗ ters Tagen dir, der du ſo väterlich uns trägſt, und ſat⸗ tigeſt, exwaͤrmſt und pflegſt!

9. Durch alle Zeiten, Va⸗ ter, ſei dir, wer dich kind⸗ lich ehrt, getreu! Laß jeden deinen Ruhm erhöhn und freudig deine Wege gehn!

el. Auf, Chriſtenmenſch!

M 59 4 Vllerwopn iſt der ErdePracht,

nur Schnee bedeckt die Fel⸗ der. Der Winterſturm durch⸗ braußt mit Macht Gebirge, Thal und Waͤlder. Das Land erſtarrt vom Froſte nun, und ſeine Nahrungsſafte ruhn.

2. Wohl mir in dieſer rau⸗ hen Zeit! Ich darf vor Froſt nicht beben: mich ſchuͤtzt mein Dach, mich wäͤrmt mein Kleid und Brod erhält mein Leben. In meinem Bette ſchlaf ich ein, und kann mich ſanfter Ruhe freun.

3. So hats der arme Bru⸗ der nicht, dem Brod und Kleidung fehlen, er, dem das Nöthige gebricht, den Froſt und Hunger qualen. Und dreifach fuͤhlt er ſeine Pein, wenn Krankheit plagt und Kinder ſchrei'n. 4A. O zaudre, zaudre nicht,

mein Herz, ihm liebreich zu⸗

zueilen! Fuhl' ſeinen Jam⸗ mer, ſeinen Schmerz, dein Brod mit ihm zu theilen! Wer ſeines Nächſten Noth vergißt, verdient nicht, daß er glücklich iſt.

5. Vor Tauſenden biſt du beglückt, die in der Stille klagen, da Wärm' und Nah⸗

raug

rung dich rauhen frohes

opfere G

6. Siel dir noch mehr beſ Noth, d Gott , Ach Vo Schmerz mitleidi

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Mel. Al heiß der

Erde, v daß ihr net wer ſprechen dein B Müßy, eſſen.

2. Die noch im auch de Saat w gedeihn

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baut u wenn, machtohe beit ſegn 4. D Frudhte deiner Ausſaa vater, te nicht nicht.