Druckschrift 
Allgemeines evangelisches Gesangbuch für das Grossherzogthum Hessen
Entstehung
Einzelbild herunterladen

zuſtreun! Was wir hier ge⸗ ſaet haben, ärnten wir dort reichlich ein. Seid barm⸗ herzig; helft den Armen! Gott wird euer ſich erbar⸗ men!

Mel. Auf, Chriſtenmenſch

48 6 Wer dieſer Er⸗

den Güter hat und ſieht den Nächſten lei⸗ den, und macht den Hung⸗ rigen nicht ſatt, laßt Nacken⸗ de nicht kleiden; der uber⸗ tritt die erſte Pflicht und liebt dich, Gott der Liebe, nicht.

2. Wer ſeines Naͤchſten Ehre ſchmäht und gern ſie ſchmäͤhen höret; ſich freut, wenn ſich ſein Feind ver⸗ geht, und nichts zum Beſten kehret; nicht dem Verlaum⸗ der widerſpricht: der liebet ſeinen Nächſten nicht.

3. Wer zwar mit Rath, mit Troſt, mit Schutz den Naͤchſten unterſtützet, doch nur aus Stolz, aus Eigen⸗ nutz, aus Weichlichkeit ihm nützet; nicht aus Gehorſam, nicht aus Pflicht; auch der liebt ſeinen Nächſten nicht.

4. Wer harret, bis, ihn anzuflehn, ein Dürft'ger erſt erſcheinet; nicht eilt, dem Frommen beizuſtehn, der im Verborgnen weinet; nicht gütig forſcht, ob's ihm ge⸗ bricht: auch der liebt ſeinen Nächſten nicht.

5. Wer Andre, wenn er ſie beſchirmt, mit Härt' und

Pflichten gegen den Naͤchſten.

Vorwurf qualet, und ohne Nachſicht ſtraft und ſtuͤrmt, ſobald ſein Näͤchſter fehlet, wie bleibt bei ſeinem Unge⸗ ſtümm, Gott, deine Liebe wohl bei ihm?

6. Wer für der Armen Heil und Zucht mit Rath und That nicht wachet; dem Uebel nicht zu wehren ſucht, das oft ſie dürftig machet; nur ſorglos ihnen Gaben gibt: der hat ſie wenig noch geliebt.

7. Zwar du, mein Herz, vermagſt es nicht, ſtets durch die That zu lieben. Doch biſt du nur geneigt, die Pflicht getreulich auszuüben, und wünſcheſt dir die Kraft dazu, und ſorgſt dafür: ſo liebeſt du.

8. Ermattet dieſer Trieb in dir, ſo ſuch ihn zu bele ben! Denk oft: Gott iſt die Lieb und mir hat er ſein Bild gegeben. Ja, Höchſter, was ich hab', iſt dein, ſollt ich, wie du, nicht gütig ſeyn?

Mel. O Gott, du frommer Gott,

(a) ie ſelig lebt 487 W ein Menſch, der Dienſtbegierde kennet, und Andern wohlzuthun, aus Menſchenliebe brennet; der, wenn ihn auch kein Eid zum Dienſt der Welt verbind't, Beruf und Eid und Amt ſchon in ſich ſelber find't!

2. Dir, Höchſter, ahmt er nach, dir, als dein Bild, zu gleichen; durch Dienſebefüf

en⸗

y.

OBO,Bℳ

W

ſenheit ſaht chen. Et Wohl ſch nattz et h Pelt von die 3. Die hat Recht a und Kraͤfte: fur vich ei te. As G Gott, als Bi in der des Hand des A 4, So den freund; und ſtreben, ſot lebt, zum zu loben. Nachſten Himwelrei

de Noth,

der Streich

5. Er ei darf mit ſein Anſehn ſein Gtand! ſin Mittel, wohl hätig auch den de

ſcenlüde. opmut tigkeit, er Got, der