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Allgemeines evangelisches Gesangbuch für das Grossherzogthum Hessen
Entstehung
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nur Schaden ſucht und Andre kränkt: wie kann das Brüder lieben? A. Nie ſeufze jemand über mich! Mein ganzes Herz be⸗ ſtrebe ſich, dem Nächſten gern zu geben, was er mit Recht verlangen kann, und immer⸗ fort mit Jedermann in Einig⸗ keit zu leben!

5. Laß mich beſtändig da⸗ hin ſehn, mit jeglichem ſo umzugehn, wie ichs von ihm begehre; damit ich keines Menſchen Herz durch Druck und Härte je mit Schmerz und Kümmerniß beſchwere!

6. Herr, mit dem Maaß, womit ich hier dem Nächſten meſſe, wirſt du mir dereinſt auch wieder meſſen. Dies reize mich zur Billigkeit und laſſe mich zu keiner Zeit der Liebe Pflicht vergeſſen!

Mel. Alle Menſchen müſſen ſterben h, a) Ikller meiner 484 A Brüder Rechte laß mir, Gott, ſtets heilig ſeyn! Wenn ich ſie zu kranken dächte, ihres Kum⸗ mers mich zu freun, über ſie mich zu erheben, oder mir allein zu leben; dann verletzt' ich meine Pflicht, ehrte deinen Willen nicht. 2. Könnt' ich, taub bei ihren Klagen, ihnen das aus Eigenſinn oder Neid und Geitz verſagen, was ich ihnen ſchuldig bin; koͤnnt' ich ohne Treu' und Glauben

Pflichten gegen den Naͤchſten.

Andern Gut und Ehre rau⸗ b

ben; welchen Haß verdient ich nicht, welch ein ſchreck⸗ liches Gericht!

3. Nein, ich will das Un⸗ recht haſſen, Recht erzeugen Jedermann, jedem geben, jedem laſſen, was er hat und fordern kann. Lieber will ich Unrecht leiden, als bege⸗ hen, und mit Freuden lieber niedrig ſeyn und bloß, als durch Unrecht reich und groß.

4. Würden der Bedräng⸗ ten Zähren, würden ihre Seufzer nicht Rettung, Gott, von dir begehren, und er⸗ ſchweren mein Gericht? Würd ich nicht einſt zittern müſſen? Würde nicht ſelbſt mein Gewiſſen mir mit Angſt und Schrecken dräun, und ihr erſter Räͤcher ſeyn?

5. Eines Unterdrückten Thränen, o wie furchtbar ſind nicht die! Eh' es Unge⸗ rechte wähnen, trifft, Herr, deine Strafe ſie. Und wenn du nicht eilen ſollteſt, wenn du, Richter, ſäͤumen wollteſt, harrt gewiß dem Böſewicht einſt ein ſchreckliches Ge⸗ richt.

6. Nein, ich will gerecht

und billig ſelbſt auch gegen

Feinde ſeyn; keinen drücken, vielmehr willig dem Beleidi⸗

ger verzeihn. Hab ich Macht:

ich will ſie nützen, den Be⸗ drängten zu beſchuͤtzen: eilen, wo Verlaß'ne flehn, ihnen liebreich beizuſtehhhn.

7. Schützen

G

7 Stllten Reckte, cher Gedid. Wir Kreßte; und denehuld!? mine Schul denn kein nicht gelind fteun, wie verzähn?

8. Hilf mi wandeln, un Unracht fern, nend, liebl ähnlih Jeſu, Du, der Ric ten, wirſt vergalten, Bruͤdern t grofer Tag

Mel. zn 4

48½

lehrer darf geht ei wa⸗