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ſich um unſre Herzen der Menſchenliebe ſanftes Band; und jeder liebe Recht und Pflicht, bis einſt ſein Aug' im Tode bricht!
2. Wir ſind ja Eines Va⸗ ters Kinder, in jedem Stande vor ihm gleich; ſind ohne Unterſchied hier Brüder, wir mögen arm ſeyn, oder reich. In Eintracht ſollen wir uns freun, einander Hülf' und Beiſtand ſeyn.
3. So ſchlage denn fuͤr Menſchenfreude, für Men⸗ ſchenwohl auch unſer Herz! Und leidet irgendwo ein Ar⸗ mer, gemildert ſei durch uns ſein Schmerz! Sein heitrer, dankerfüllter Blick erhöhet unſer eignes Glück.
4. O Wonne, Menſchen glücklichmachen! O Wonne, Menſchen glücklich ſehn! Durch ſie wird Gottes ſchö⸗ ne Erde dem Herzen noch einmal ſo ſchön. Ja, eine freudenreichre Pflicht, als Menſchenliebe, gibt es nicht.
5. Erſcheint des Todes ernſte Stunde dir, Menſchen⸗ freund, ſo naht mit ihr ein Engel Gottes und verkün⸗ digt den Lohn der Menſchen⸗ liebe dir. Des Grabes Nacht wird dir erhellt; du ſäteſt für die beßre Welt.
6. Ja, Chriſten, wer ſein Herz hienieden der wahren Menſchenliebe weiht, der ſtreut zu einer reichen Aernte den Samen für die Ewig⸗
Pflichten gegen den Naͤchſten.
keit. O laßt uns dieſen Sa⸗ men ſtreun! Olaßt uns Men⸗ ſchenfreunde ſeyn!
Mel. Auf, Chriſtenmenſch
b I(a) o Jemand 482 S ſoricht, ich liebe Gott! und haßt doch ſeine Brüder, der treibt mit Gottes Wahrheit Spott, und handelt ganz dawider. Gott iſt die Lieb' und will, daß ich den Naͤchſten liebe, gleich als mich.
2. Wir haben Einen Gott und Herrn, ſind Eines Lei⸗ bes Glieder: drum diene deinem Nächſten gern, denn wir ſind alle Bruͤder. Gott ſchuf die Welt nicht blos für mich, mein Nächſter iſt ſein Kind, wie ich.
3. Ein Heil iſt unſer Aller Gut. Ich ſollte Brüder haſ⸗ ſen, die Gott durch ſeines Sohnes Blut ſo hoch er⸗ kaufen laſſen? Daß Gott mich ſchuf, und mich ver⸗ ſühnt, hab' ich dieß mehr, als ſie, verdient?
4. Du ſchenkſt mir täglich ſo viel Schuld, du Herr von meinen Tagen! Ich aber ſollte nicht Geduld mit mei⸗ nen Brudern tragen, dem nicht verzeih'n, dem du ver⸗ gibſt, und den nicht lieben, den du liebſt?
5. Was ich den Frommen
hier gethan, dem Kleinſten
auch von dieſen, das ſiehſt du, mein Erlöſer, an, als häͤtt'
Mifreude Mel.NMein erſt 482⁰ mein Herz, ſten Freud freun, und dann auch:
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