414 Lieder des Glaubens
Ausblick in die Ewigkeit.
Noch, Vater, noch iſt's nicht erſchienen, Was wir im obern Reiche werden ſein, Wenn wir dir treu im Glauben dienen Und durch den Tod zum Leben gehen ein. Kein Ohr hat es gehört, kein Aug' geſehn, Kein Geiſt, der hier noch wallet, kann's verſtehn.
Doch wiſſen wir: wann es erſcheinet Und wann der Tag der Freiheit bricht herein, Wo alles jauchzt, was hier geweinet, Dann werden wir dir gleich, o König, ſein! Dann werden wir, was hier unmöglich iſt In deinem Licht dich ſchauen, wie du biſt. (1. Joh. 3, 2.) Was iſt die Herrlichkeit der Erden? Was Ehre, Ruhm, Geſundheit, irdiſch Glück? Des Weltſinns Freuden ſind Beſchwerden, Und laſſen ſtets der Reue Qual zurück.— O ſelig, wer ſich ew'ge Hütten baut Dort, wo man Gott von Angeſichte ſchaut!
Da wohnet ſanfte Ruh' und Stille, Da ſchwingt der Geiſt ſich zur Vollkommenheit; Da überſtrömet ihn die Fülle Des reinſten Lichts, der höchſten Seligkeit. In Gottes Stadt dringt keine Sünd' hinein, Drum wird auch da die Wohnung ewig ſein!
O. Tag der Herrlichkeit und Wonne, Du längſt erſehnter, goldner Ruhetag! Komm bald, komm bald, daß ich die Sonne, Des Lichtes Quell, ja Jeſum ſchauen mag! Wie lange währt des Erdenlebens Nacht?— O Tag des Heils, geh' auf in deiner Pracht!


