Druckschrift 
Schatzkästchen enthaltend biblische Betrachtungen mit erbaulichen Liedern auf alle Tage im Jahre zur Beförderung häuslicher Andacht und Gottseligkeit / von Johannes Gossner ; stenotypirt von Karl Tauchnitz in Leipzig
Einzelbild herunterladen

4

2n nitda ne ekk, ſii

3 5

ne Ge N jewin.

ſere 1e Glüt

Tenpi S heiihn

Jur

ernal d Leuft

649

Geiſtes iſt, der in euch iſt? darum ſo preiſet Gott an eurem Leibe und Geiſte, welche ſind Gottes. Cor. 6, 15. 19. 20.)

Wozu waͤre der heilige Geiſt in den Herzen der Chriſten, wenn er nicht Chriſtum in ihnen zeugte und verklaͤrte? Der heilige Geiſt hat kein ander Amt und Geſchaͤft bei den Men⸗ ſchen, als den neuen Menſchen, Jeſum Chriſtum, in allen wieder herzuſtellen, daß in uns Allen das Ebenbild Gottes,

welches Chriſtus iſt, wieder erneuert und verherrlichet werde.

Wie Chriſtus im Leibe der Jungfrau Maria durch den heili⸗ gen Geiſt leiblich geſtaltet wurde, ſo muß er in jedem wahren Chriſten geiſtlich geſtaltet werden. Das war auch der Sinn der Apoſtel; darauf gingen ſie aus, dafuͤr litten ſie oft große Angſt und Schmerzen, bis endlich Chriſtus in den Glaͤubigen eine Geſtalt gewannz bis ſie Jeſum ganz angezogen hatten, Jeſu gleich geſinnt waren nicht nur im gewoͤhnlichen pro⸗ fanen Sinne der Moraliſten, einige ſeiner Geſinnungen an⸗ nahmen: nein, Chriſti Sinn und Geiſt, Chriſti Leben und Weſen, Natur und Eigenſchaften, nicht durch menſchliche, eigne Kraft und Kunſt, ſondern wiedergeboren, von oben durch den heiligen Geiſt gezeugt, ſo daß nicht mehr ſie lebten, ſon⸗ dern Chriſtus in ihnen. Das iſt wahre, innere Weihnacht, das heißt die Geburt Chriſti feiern. Wer alſo das neugeborne Kind in ſeinem Herzen findet und anbetet, der iſt Chriſti theilhaftig geworden(Hebr. 3, 6.), der kann ſich der Geburt Chriſti freuen. Die Uebrigen wiſſen nicht, was ſie thun; ſie feiern das Geburtsfeſt Chriſti, wie man den Geburtstag eines Fuͤrſten feiert, oder nicht einmal ſo, weil Chriſtus ſie nicht einmal ſo nahe anzugehen ſcheint. Mel. 52. Wer Ohren hat. Oder: Beſiehl du deine Wege.

1. Drum heißt er ja der Heiland, der ew'ge Troſt und Rath, weil er noch ſtets, wie weiland, ſich allen Sündern naht. Mit ſeinem

3