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Keine ſtunde geht vorbey, daß ich nicht gedenk an dich, oder zu dir innig ſchrey: IEſu, JEſu, dent an mich: ach wie lange ſoll ich doch dieſes elend bauen
noch!
Eine ſeele, die dich liebt, will ſonſt nichts, als deinen kuß; und drum bin ich ſo betruͤbt, daß ich den entbeh⸗ ren muß: ach wie lange muß ich ſeyn ein verlaſſen taͤubelein!.
Meine ſeel iſt ja die Braut, die du dir haſt ſelbſt erkohrn, die dein Vater dir vertraut, und dein Geiſt hat neu gebohrn: ach wie muß ſie ſo allein und ohn ihren Braͤutgam ſeyn!
Ofte nennſt du mich dein kind, das dein Geiſt ſo zart⸗ lich liebt, und ſich gerne bey ihm findt, wenns aus liebe wird betruͤbt: und ich muß doch noch ſo ſeyn ein verlaß⸗ nes wayſelein!
640.
Ich lauff dir nach, mit ſte⸗
tem ach, mit ſeufzen und mit ſehnen; ich ſuche dich ganz inniglich, mein liebſter Schatz! mit thranen: denn dein geruch erweckt in mi, HErr JESul ewoe liebs⸗ begier.
Evangeliſche Lieder
Allein nach dir ſteht mein begier, nach dir brennt leib und ſeele; dir ſoll allein ſtets offen ſeyn meins armen herzens hoͤle: denn dein ge⸗ ruch erweckt in mir, HEr JESul ewge liebs⸗begier.
641.
Feuch, mein Geliedter! auf ) die hohe, fleuch immer hin und warte nicht, feuch gleichſam wie ein muntres rehe, das von der ehne ſich entbricht! ie mehr du fleuchſt und lauffſt von mir, ie ſtaͤrker zeuchſt du nich nach dirx. Mein herz iſt an dein herz gebunden, mit deiner ewgen liebe band; dlum wird von ihme bald empfut⸗ den, wo ſich das deine hin⸗ gewandt. Fleuch imnlnel, fieuch, es iſt dein ſliehn nichts anders als ein nach ſic ziehn. Ich hoff)es wird wir noch gelingen, daß du mi über ort und zeit, mit deinem ziehn, zur ruh wirſt beingen und in den ſchoos der ewig keit: drum ſleuch nur folt ich folge dir, ſo ſtalt on fleuchſt und lauffſt von mit.
642.
O wo biſt du mein keben, dem ich mich ganz er⸗ geben,
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