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293. Christlicher Sinn und Wandel.
3. Geduld kommt aus dem Glauben Und hängt an Gottes Wort; Das läßt sie sich nicht rauben, Das ist ihr Heil und Hort, Das ist ihr hoher Wall;
Da ist sie wohl geborgen, Laßt Gott, den Vater, sorgen Und fürchtet keinen Fall.
4. Geduld setzt ihr Vertrauen Auf Christi Tod und Schmerz; Macht ihr der Feind ein Grauen, So faßt sie sich ein Herz Und spricht: Zürn' immerhin! Du wirst mir doch nicht schaden, Weil ich zu hoch in Gnaden Bei meinem Heiland bin.
5. Geduld ist wohl zufrieden Mit Gottes weisem Rath, Läßt sich nicht leicht ermüden Durch Aufschub seiner Gnad', Hält frisch und fröhlich aus, Läßt sich getrost beschweren Und denkt: Wer will's ihm weh⸗ Ist er doch Herr im Haus! ren?
6. Geduld kann lange warten: Sie hat indeß ihr Theil In Gottes schönem Garten, Durchsucht zu ihrem Heil Das Paradies der Schrift Und schützt sich früh und späte Mit eifrigem Gebete Vor Satans List und Gift.
7. Geduld lebt Gott zu Ehren Und läßt sich nimmermehr Von seiner Liebe kehren; Und schlüg' er noch so sehr, So ist sie doch bedacht,
Die heil'ge Hand zu loben, Spricht: Gott, der hoch erhoben, Hat Alles wohl gemacht.
8. Geduld macht große Freude, Bringt aus dem Himmelsthron Ein schönes Halsgeschmeide, Dem Haupt ein' edle Kron'; Ist wie ein schönes Licht, Davon, wer an ihr hanget, Mit Gottes Hilf' erlanget Ein fröhlich Angesicht.
9. Geduld ist mein Verlangen Und meines Herzens Lust, Nach der ich oft gegangen: Das ist dir wohl bewußt, Herr, voller Gnad' und Huld! Ach gib mir und gewähre Mein Bitten: Ich begehre Nichts anders als Geduld.
10. Geduld ist meine Bitte, Die ich sehr oft und viel Aus dieser Leibeshütte Zu dir, Herr, schicken will. Kommt dann der letzte Zug, So gib durch deine Hände Auch ein geduldig Ende: So hab' ich Alles g'nug.
Paul Gerhardt.


