Morgengebeth am Kommuniontage.
ich daher das heilige Mahl der Liebe, das mich so lebhaft an ihn erinnert, das mir ihn ganz vergegenwärtigen soll, anders feyern, als mit gerührter, dankerfüllter Seele!
Bedenke ich daben, wie viel es meinem Heilande gekostet hat, mir alle jene Wohlthaten und Segnungen zu verschaffen, überlege ich, wie viel er entbehren, kämpfen und leiden, wie schmählich er selbst sein Leben endigen mußte, um auch für mich das große Werk der Erlösung zu vollenden: o wie mächtig fühle ich mich dann hingezogen zu ihm; wie muß ich die hohe, grenzenlose Liebe bewundern, mit der er auch mich umfaßte; wie ganz durchdrungen von Ehrfurcht, Liebe und Dank gegen ihn muß meine Seele seyn! Diesen Empfindungen will ich mich heute gan; überlassen; voll von diesen Gefühlen, will ich Theil nehmen an dem Tische des Herrn.
Und da auch meine Erlösung dem Heilande der Welt so viel gekostet hat, so will ich mich um so ernster und strenger prüfen, ob ich die Wichtigkeit und Größe seiner Wohlthaten auch zu schäßen weiß, und sie zu meinem Seelenheile zu benußen geneigt und gewohnt bin? Denke ich wohl oft über das Gute nach, das mir Gott durch Christum er= wiesen hat, und wende ich auch dieses Gute zu mei= ner Erleuchtung, Besserung und fittlichen Vervoll


