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Gesangbuch für die protestantische Kirche des Königreichs Bayern
Entstehung
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Gebet vor dem Gebrauch des heiligen Abendmahls. 307 Gebet nach der Beicht.

Lobe den Herrn, meine Seele, und was in mir ist, seinen beiligen Namen! Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes gethan bat! Der dir alle deine Sünden vergibt, und heilet alle deine Gebrechen; der dein Leben vom Berderben errettet, und dich) mit Gnade und Barm­herzigkeit krönet! Wer vermag die Langmuth und Geduld unsers Gottes auszusprechen? Er ist der gute Bater, den des verlornen Sohnes jammert, der ihn mit Freuden zu seinem geliebten Kinde wieder aufnimmt, wenn er in sich geht, und mit Erkenntniß seiner begangenen Missethaten, mit Reue über dieselben, zu ihm zurücke kehrt, und um Bergebung bittet.

Dieß habe ich jetzt ju meinem Trofte erfahren. Ich hatte mit mei nen Gedanken, Worten und Werken unzählbare Günden wider dich, meinen Herrn und Wohlthäter, begangen. Ich kam zu dir, im festen Vertrauen zn deiner unendlichen Barmherzigkeit und zu der versöhnenden Kraft des Todes Jesu. Ich seufzte: Bater! ich habe gefündigt vor dir; ich bin hinfort nicht mehr werth, daß ich dein Kind heiße. Bergib mir meine Schuld, Gott, mein heiliger Richter!

Ich preise dich, Gott, mein Vater und Richter! Du gabst mir in deinem Worte die tröstende väterliche Versicherung: fürchte dich nicht, dir find deine Sünden vergeben! Sey getrost, du sollst nicht sterben, sondern leben!

Gott, Bater! Anbetung, Preis und Ehre sey dir, daß du mir, nach deiner unendlichen Barmherzigkeit, alle meine Schuld erlässeft, und in Jesu Chrifto Frieden mit dir schenkest. Herr Jesu Christe, mein Heiland und Fürbitter! Anbetung, Preis und Ehre sey dir, daß du die Bersöhnung für meine Sünden geworden bist, und mich zur Rechten Gottes vertrittst! Ewiger, heiliger Geift Gottes! Anbetung, Preis und Ehre sey dir, daß dit meinem Geiste das Zeugniß gibst, ich sey Gottes Kind! Nun habe ich Frieden im Gewissen. Nun habe ich Freudigkeit zu Gott; id) rufe mit kindlicher Zuversicht zu ihm das Abba, lieber Bater! Ich sage getrost: wer will die Auserwählten Gottes beschuldigen? Gott ist hie, der da ge= recht machet! Wer will verdammen? Christus ist hie, der gestorben ist; ja vielmehr, der auch auferwecket ist, welcher ist zur Rechten Gottes, und vertritt uns!

Hochgelobter Gott! Bater, Sohn und heiliger Geiß! Anbetung, Preis und Ehre sey dir, jetzt und in Ewigkeit, daß du mich so hoch begna­diget haft! Ach! wie freuet sich mein Herz über deine unaussprechliche Wohlthätigkeit, und mein Mund frohlocket über dein großes Erbarmen. Erwecke meine Seele, daß sie dich dafür immer erhebe! Ich wäre das un dankbarste Geschöpf, wenn ich deine Barmberzigkeit, mit der du mich) zu deinem Kinde wieder angenommen, je vergessen könnte, wenn ich für die neugeschenkte Gnade dir nicht von ganzem Herzen dankbar wäre. Laß mich diese Gnade nie wieder durch vorsäßliche Sünde verlieren, sondern darin bis an mein Ende verharren. Dir übergebe ich mich auf das Neue zu deinem Dienste. Dir will ich leben, die mit einem heiligen Wandel auf Erden danken, dich) einst mit verklärten Lippen ewig preisen! Amen.

Gebet vor dem Gebrauch des heiligen Abendmahls. Göttlicher Erlöfer, Herr Jesu Christe! du haft dein Gedächtnis der Wuns

der deiner Liebe gestiftet, und dein heiliges Abendmahl zum Troft und zur Glaubensstärkung für deine Berehrer angeordnet, und auch mich läsfest du noch jegt einladen, diese feierliche Handlung gemeinschaftlich mit meinen Nebenchristen zu begehen. Wie glücklich bin ich, o Herr, daß ich dich, den einigen und vollkommenen Mittler zwischen Gott und Menschen, daß id) deine Lehre und dein Heil kenne, daß ich dich meinen Herrn und Erlöser nennen, mich deiner seligen Gemeinschaft rühmen, und zu demen Erlösten und Freunden zählen darf! O wie viel habe ich dir, meinem Heiland, zi danken! Wie unwissend, wie verderbe, wie trofflos, wie elend würde ich ohne dich und deine Gnade feyn; wie unterträglich würde mir die Last meis