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Allgemeines Evangelisches Gesangbuch für das Großherzogthum Hessen : [nebst] Gebete zur Hausandacht [und] Der kleine Catechismus D. M. Luthers
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Das erste Hauptstück.

dern ihm dasselbe zu behalten, forderlich und dienstlich seyn.

Das zehente Gebot.

Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib, Knecht, Magd, Vich, oder alles, was sein ist.

Was ist das?

Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unserm Nächsten nicht sein Weib, Gesind oder Vich abspannen, abbringen, oder abwendig machen: sondern bei denselbi­gen anhalten, daß sie bleiben, und thun, was sie schuldig sind.

Was sagt nun Gott von diesen Geboten allen?

Er sagt also: Ich, der Herr dein Gott, bin ein starker eifriger Gott, der über die, so mich haffen, die Sünde der Väter beimsuchet an den Kindern bis ins dritte und vierte Glied, aber denen, so mich lieben, und meinen Gebote halten, thue ich wohl bis ins tausendste Glied.

Was ist das?

Gott drauet zu strafen alle, die diese Gebote übertrés ten, darum sollen wir uns fürchten für seinem Born und nicht wider solche Gebote thun. Er verheißet aber Gnade und alles Gute allen, die solche Gebote halten. Darum sollen wir ihn auch lieben und vertrauen, und gerne thun nach seinen Geboten.

Wozu sind uns die zehn Gebote Gottes nuh?

3u zweierlei: Erstlich zeigen sie die Sünde an, und offenbaren Gottes 3orn über die Sünden, dadurch wir vers ursachet werden, Vergebung der Sünden, und Troft wis der Gottes Born und den ewigen Zod, bei unserm Herrn und Heiland Jesu Christo zu suchen.

3um andern lehren sie, welches die guten Werken seyn, so die Glaubigen und Neugebornen zu thun schuldig find, ihren Gehorsam und Dankbarkeit gegen den gnädigen Bas ter im Himmel damit zu beweisen,