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6. O Weisheit! meiner Seele die angeborne Thorheit auf, damit sie dich zum Leitstern wähle auf ihrem sonst verwirrten Lauf. Ich weiß den Weg zur Wohlfahrt nicht, drum leite mich dein sichres Licht.
2. Die vielen wundervollen Werke, was unsern Au- 7. Du hast mich durch gen fern und nah, steh'n als mein ganzes Leben nach Beweise deiner Stárke, als deinem weisen Rath geZeuge deiner Weisheit da. führt. Mein Geist muß dir Unendlich, Herr, ist dein Verstand: der ganze Weltbau machts bekannt.
die Ehre geben, daß du auf's Beste mich regiert: o leite mich durch Welt und Zeit hinüber in die Ewigkeit! Mel. Gott des Himmels und der Erde
und
Alles weiß, erkennt, versteht! Nichts ist so groß nichts so geringe, das nicht nach seiner Ordnung geht. Denn der Geschöpfe ganzem Chor schreibst du Maaß, Ziel und Regel vor.
Eigenschaften.
3. Mit eben diesen Meisterhånden, mit welchen du die Welt gemacht, regierst du auch an allen Enden, was dein Verstand hervorgebracht Du brauchst, 0 unerschaffnes Licht! der Menschen Rath und Beistand nicht.
4. Was du zu thun dir vorgenommen, tront auch, sobald du willst, die That; wenn tauſend Hindernisse kommen, so triumphirt dein hoher Rath. Den besten 3weck wählt dein Verstand; die Mittel stehn in deiner Hand.
5. Die Menge so ver schiedener Willen, wo jeder feinen Weg erwählt, muß doch den Deinen bloß er füllen, der seines Zieles nie verfehlt, und aller Feinde stolzen Wahn als Unver
nunft beschämen kann.
27 27 Unerforschlich
fet mir immer meines Gottes Weg und Rath, und die Nacht sei ohne Schimmer, die mich hier umschattet hat: doch ist Alles, was er thut, wie's auch scheine, weis' und gut.
2. Sollt' ich meinen Gott nur loben, wenn ich seine Absicht seh? Pflicht ist's ihn auch dann zu loben, wenn ich sie noch nicht verz steh! Frevelt der nicht, welcher klagt, daß ihm Gott mehr Licht ver agt?
3. Soll ein Vater unterlassen, was dem Kinde Thorheit ist? Kühner Tadler! Engel faffen das, was du im Dunklen bist. Hier sollst du dem Herrn vertraun, glauben, noch nicht völlig schaun. 4. Sollt'


