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Neues Braunschweigisches Gesangbuch : nebst einem kurzen Gebetbuche zum öffentlichen und häuslichen Gottesdienste : mit Herzogl. Braunschw. Lüneb. gnädigstem Special-Privilegio ; [nebst] Episteln und Evangelia auf die Sonn- und Festtage [...]
Entstehung
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Morgen- und Abendgebete.

Abendgesänge.

Mel. O Gott, du frommer Gott.

Mei ein Gott, auch dieser tag( diese woch) Ist jetzt durch dich verfloffen. Auch heut hab ich von dir Viel vaterhuld genossen. Erfüllt mit dankbarkeit, Bet ich dich find: lich an, Und rühme laut, der Herr Hat viel an mir gethan.

2. Wer sonst, als du, mein Gott, hat mir gedeihn und leben, Gesundheit, unterhalt, und freud und fraft gegeben? Wer war es sonst als du, Der mir in der gefahr, Die mir verborgen blieb, Mit hülfe nahe war?

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3. Herr, du erforschest mich; Dir tann ich nichts verhehlen: Du siehest jede that, Du kennst den rath der seelen; Du weißt es, ach auch heut Vergaß ich meiner pflicht, Und that, was du befiehlst, Von ganzem Herzen nicht.

4. Mit reue dent' ich jetzt Der menge meiner fünden. An dir, Gott, fündigt. ich! Laß mich erbarmung finden. Gedente nicht der schuld, Der oft versäumten pflicht! Berwirf mich armen nicht von deinem angesicht.

5. Allwiffender, wer fann, Wie oft er fehlet, merken? Sey gnädig, handle nicht Mit mir nach meinen werken. Vergilt mir fünder nicht Nach meiner missethat! Sieh Jesum an, der mich Mit dir versöhnet hat.

6. Getroft leg ich mich nun, Von sorg und arbeit müde, Und schlummre ruhig ein. Sterb' ich, so laß in friede Mich selig sterben, Gott, und führe meinen geist In deinen himmel ein, Wo er dich ewig preist.

Mel. Der lieben sonne licht und pracht.

da der tag da die sternenvolle nacht Von deiner allmacht zenget. Dich, herr, lobt jeder stern, Und ruft: auf! lobt den herrn! Erheb dich, feele! lob erfreut Den herrn des himmels und der zeit.

2. Wie groß, wie unermeßlich ist, Weltschöpfer, deine stärke! Daß du der allerhöchste bist, Sagt jedes deiner werke. Mit göttlich weiser macht Regierst du tag und nacht; Das, was du schufst, thut dein gebot, und dienet dir, herr zebaoth.

3. Was bin ich ewiger! vor dir, Daß du mich ewig liebest? Womit verdien' ichs, daß du mir So viele gaben giebest? Herr, deine gnad ist groß, Reiß, seele, reiß dich los Vom eiteln, was dein herz beschwert; Gott, Gott allein ist lie: benswerth.

4. Mir ward der tag, der jetzt vergeht, Durch dich zum gnadentage. Dein arm, dem niemand widersteht, Beschüßte mich vor plage. Du gabst mir, was ich bat, Bei allem, was ich that, Ward mir durch glück und segen klar, Daß Gott mein freund und helfer war.

5. Ach! fordre mich nicht ins gericht, Gott, bei des tages schlusse! Verschmäh mein abendopfer nicht, nicht mein gebet und buße; Hab noch mit mir geduld; Vergieb mir alle schuld, Sieh von dem strengen richterthron Auf meinen bürgen, deinen sohn!

6. Gieb nach der sanften ruh der nacht mir einen frohen morgen. Ja, da dein auge um mich wacht, So schlaf ich ohne sorgen. Ich wach und schlafe dir, Du, herr, bist stets bei mir. Ach, vater, meine zuversicht, Verlaß mich einst im tode nicht!