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Leidensgeschichte Jesu.
Das sechste Hauptstück. Von dem Begräbniß Jesu.
ie juden aber, dieweil es der rüsttag war, daß nicht die leichname
war groß), baten sie Pilatum, daß ihre beine gebrochen und abgenommen würden. Da kamen die kriegsknechte und brachen dem ersten die beine, und dem andern, der mit ihm gekreuzigt war. Als sie aber zu Jesu kamen, da sie sahen, daß er schon gestorben war, brachen sie ihm die beine nicht, sondern der kriegsknechte einer eröffnete seine feite mit einem speere, und alsbald ging blut und waffer heraus.
Und der das gesehen hat, der hat es bezeuget, und sein zeugniß ist wahr, und derfelbige weiß, daß er die wahrheit sagt, auf daß auch ihr glaubet; denn solches ist geschehen, daß die schrift erfüllet würde: Ihr sollt ihm kein bein zerbrechen. Und abermals spricht eine andere schrift: Sie werden sehen, in welchen sie gestochen haben.
Darnach am abend, dieweil es der rüsttag war, welcher ist der vorfabbath, kam Joseph von Arimathia, der stadt der juden, ein reicher mann, ein rathsherr, ein guter frommer mann, der hatte nicht gewilligt in ihren rath und handel, welcher auf das reich Gottes wartete; denn er war ein jünger Jesu, doch heimlich, aus furcht vor den juden: der wagte es, und ging hinein zu Pilato, und bat, daß er möchte abnehmen den leichnam Jefu.
Pilatus aber verwunderte sich, daß er schon todt war, und rief den hauptmann und cagte ihn: ob er längst gestorben wäre? Und als ers erfundete von dem hauptmann, gab er Joseph den leichnam Jesu, und befahl, man sollte ihn ihm geben. Und Joseph kaufte eine leinwand. Es kam aber auch Nicodemus, der vormals bei der nacht zu Jesu gekommen war, und brachte myrrhen und aloe unter einander bei hundert pfunden. Da nahmen sie den leichnam Jefu, der abgenommen war, und wickelten ihn in reine leinwand, und banden ihn mit leinen tüchern, und mit specereien, wie die juden pflegten zu begraben.
Es war aber an der stätte, da er gefreuzigt ward, ein garten, und im garten ein neues grab, das war Josephs, welches er hatte las sen hauen in einen felfen, in welches niemand je gelegt war. Daselbst hin legten sie Jesum, um des rüsttags willen der juden, daß der sabbath anbrach, und das grab nahe war, und wälzten einen großen stein vor die thür des grabes und gingen davon. Es waren aber allda Maria Magdalena und Maria Joseph, die setzten sich gegen das grab, und andere weiber, die da Jesu auch waren nachgefolgt von Galiläa, beschaueten, wohin und wie sein leib geleget ward. Sie kehrten aber um, und bereiteten die specereien und salben, und den sabbath über waren sie stille nach dem geseß.
Des andern tages, der da følget nach dem rüsttage, kamen die hohenpriester und pharisäer sämmtlich zu Pilatus, und sprachen: Herr! wir haben gedacht, daß dieser verführer sprach, da er noch lebte: Ich will nach dreien tagen auferstehen. Darum befiehl, daß man das grab bewahre bis an den dritten tag, auf daß nicht seine jünger kommen und stehlen ihn, und sagen zum volke: Er ist auferstanden von den todten; und werde der letzte betrug ärger, denn der erste. Pilatus sprach zu ihnen:
Da habt ihr die hüter, gehet hin, und verwahrts,


