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Neues Braunschweigisches Gesangbuch : nebst einem kurzen Gebetbuche zum öffentlichen und häuslichen Gottesdienste : mit Herzogl. Braunschw. Lüneb. gnädigstem Special-Privilegio ; [nebst] Episteln und Evangelia auf die Sonn- und Festtage [...]
Entstehung
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Leidensgeschichte Jesu.

die kniee vor ihm, und spotteten, und fingen an ihn zu grüßen, und sprachen: Gegrüßet seyst du, könig der juden; und schlugen ihn ins angeficht und speieten ihn an, und nahmen das rohr und schlugen damit sein haupt, und fielen auf die kniee, und beteten ihn an.

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Da ging Pilatus wieder heraus, und sprach zu ihnen: Sehet, ich führe ihn heraus zu euch, daß ihr erkennet, daß ich keine schuld an ihm finde. Also ging Jesus hinaus, und trug eine dornenkrone und ein purperkleid. Und er sprach zu ihnen: Sehet, welch ein mensch! Da ihn die hohenpriester und diener sahen, schrieen sie und sprachen: Kreuzige, kreuzige ihn! Pilatus sprach zu ihnen: Nehmet ihr ihn hin, und kreuziget ihn; denn ich finde keine schuld an ihm. Die juden antworteten ihm: Wir haben ein geseß, und nach dem gesetz soll er sterben; denn er hat sich selbst zu Gottes sohn gemacht.

Da Pilatus das wort hörete, fürchtete er sich noch viel mehr, und ging wieder hinein in das richthaus, und sprach zu Jesu: Von wannen bist du? Aber Jesus gab ihm keine Antwort. Da sprach Pila­tus zu ihm: Redest du nicht mit mir, weißt du nicht, daß ich macht habe, dich zu kreuzigen, und macht habe, dich los zu geben? Jesus antwortete: Du hättest keine macht über mich, wenn sie dir nicht wäre von oben herab gegeben; darum der mich dir überantwortet hat, der hats größere fünde. Von dem an trachtete Pilatus, wie er ihn los ließe. Die juden aber schrieen und sprachen: Läsfest du diesen los, so bist du des faisers freund nicht, denn wer sich zum könige macht, der ist wider den kaiser.

Da Pilatus das Wort hörete, führte er Jesum heraus, und setzte sich auf den richtstuhl an der stätte, die da heißet hochpflaster, auf he­bräisch aber gabbatha. Es war aber der rüsttag in der oftern, um die sechste stunde, und er sprach zu den juden: Sehet, da ist euer könig. Sie schrien aber: Weg, weg mit dem! Spricht Pilatus zu ihnen: Soll ich euren könig kreuzigen? Die hohenpriester antworteten: Wir haben keinen könig, denn den kaiser.

Da aber Pilatus sahe, daß er nichts schaffete, sondern daß ein viel größer getümmel ward, gedachte er dem volke genug zu thun, und urtheilete, daß ihre bitte geschähe; nahm wasser, und wusch die hände vor dem volk, und sprach: Ich bin unschuldig an dem blute dieses gerechten, sehet ihr zu. Da antwortete das ganze volk, und sprach: sein blut komme über uns und unsere kinder.

Da gab er ihnen Barrabam los, der um aufruhrs und mords willen war ins gefängniß geworfen, um welchen sie baten; Jesum aber, gegeißelt und verspottet, übergab er ihrem willen, daß er ge= kreuziget würde.

Das fünfte Hauptstück.

Von der Kreuzigung Jesu.

Da

a nahmen die kriegsknechte Jesum, zogen ihm den mantel aus, und zogen ihm seine kleider an, und führeten ihn hin, daß sie ihn kreuzigten; und er trug sein kreuz. Und indem sie hinausgingen, fan­den sie einen menschen, der vorüberging, von Cyrene, mit namen Simon, der vom felde kam, der ein vater Alexandri und Ruffi war, den zwangen sie, daß er ihm sein kreuz trüge, und legten das kreuz auf ihn, daß ers Jesu nachtrüge.

Es folgten ihm aber nach ein großer haufen volks und weiber, die