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Neues Braunschweigisches Gesangbuch : nebst einem kurzen Gebetbuche zum öffentlichen und häuslichen Gottesdienste : mit Herzogl. Braunschw. Lüneb. gnädigstem Special-Privilegio ; [nebst] Episteln und Evangelia auf die Sonn- und Festtage [...]
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Leidensgeschichte Jesu.

Da das Judas sahe, der ihn verrathen hatte, daß er verdammet war zum tode, gereuete es ihn, und brachte wieder die dreißig silber­linge den hohenpriestern und ältesten, und sprach: Ich habe übel ge­than, daß ich unschuldig blut verrathen habe. Sie sprachen: Was gehts uns an! da siehe du zu. Und er warf die filberlinge in den tempel, hub sich davon und erhenkte sich selbst, und ist mitten entzwei geborsten, und sein eingeweide herausgeschüttet.

Aber die hohenpriester nahmen die silberlinge, und sprachen: Es taugt nicht, daß wir sie in den gotteskasten legen; denn es ist blutgeld.

Sie hielten aber einen rath, und kauften um diese filberlinge, den lohn der ungerechtigkeit, einen töpfersacker, zum begräbniß der pilger. Und es ist fund geworden allen, die zu Jerusalem wohnen, also, daß derfelbige acter genannt wird auf ihre sprache Hakeldama, das ist, ein blutacker, bis auf den heutigen tag. Da ist erfüllet, das da gesagt ist durch den propheten Jeremia, der da spricht: Sie haben genommen dreißig silberlinge, damit bezahlet ward der verkaufte, welchen sie kauf­ten von den kindern Israel; und haben sie gegeben um eines töpfers acker, als mir der herr befohlen hat.

Die juden aber gingen nicht in das richthaus, auf daß sie nicht unrein würden, sondern die ostern essen möchten. Da ging Pilatus zu ihnen heraus, und sprach: Was bringet ihr für eine klage wider diesen menschen? Sie antworteten und sprachen zu ihm: Wäre dieser nicht ein übelthäter, wir hätten ihn dir nicht überantwortet. Da sprach Pilatus zu ihnen: So nehmet ihr ihn hin, und richtet ihn nach eurem gefeß. Da sprachen die juden zu ihm: Wir dürfen niemand tödten. Auf daß erfüllet würde das wort Jesu, welches er sagte, da er deutete, welches todes er sterben würde.

Da fingen an die hohenpriester und ältesten, ihn hart zu verklagen, und sprachen: Diesen finden wir, daß er das volk abwendet, und verbietet, den schoß dem kaiser zu geben, und spricht, er sey Christus ein könig. Da ging Pilatus wieder hinein in das richthaus, und rief Jefum, und fragte ihn, und sprach: Bist du der juden könig? Jefus stand vor ihm und antwortete: Redest du das von dir selbst, oder ha bens dir andere von mir gesagt? Pilatus antwortete: Bin ich ein jude? Dein volk und die hohenpriester haben dich mir überantwortet, was hast du gethan? Jesus antwortete: Mein reich ist nicht von dieser welt! wäre mein reich von dieser welt, meine Diener würden drob kämpfen, daß ich den juden nicht überantwortet würde; aber nun ist mein reich nicht von dannen. Da sprach Pilatus zu ihm: So bist du dennoch ein könig? Jesus antwortete: Du sagest es, ich bin ein könig: ich bin dazu geboren und in die welt gekommen, daß ich die wahrheit zeugen soll. Wer aus der wahrheit ist der höret meine stimme. Spricht Pilatus zu ihm: Was ist wahrheit?

Und da er das gesagt, ging er wieder hinaus zu den juden, und sprach zu ihnen: Ich finde keine schuld an ihm. Und da er verklaget ward von den hohenpriestern und ältesten, antwortete er nichts. Pilatus aber fragte ihn abermals und sprach: Antwortest du nichts? Siehe, wie hart sie dich verklagen! Hörest du nicht? Und er antwortete ihm nicht auf ein wort mehr, also, daß sich auch der landpfleger sehr verwunderte. Sie aber hielten an und sprachen: Er hat das volk erreget, da mit, daß er gelehret hat hin und her im ganzen jüdischen lande, und hat in Galiläa angefangen bis hierher.;