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Evangelisch-lutherisches Gesangbuch der Hannoverschen Landeskirche : [nebst] Gebete
Entstehung
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62 V. Gebete für Feste und Wochengottesdienste der Kirche.

und mache uns ihnen gleich am Tage der Auferstehung, daß wir mit ihnen dich ewig loben und preisen mögen. Amen.

85. Am Reformationsfeste.

Allmächtiger und grundgütiger Gott, wir danken dir von Herzen, daß du deiner Kirche dich gnädiglich angenommen, das Ge­fängnis deines Voltes gewendet und am Abend der Welt unserm werten Vaterlande durch dein teures Rüstzeug Martin Luther ein großes Licht angezündet hast. In deines Geistes Kraft hat er den Brunnen Israels gereinigt, die seligmachende Wahrheit von aller Verführung abgesondert, die heilige Schrift deutlich übersetzt, den Stand der lieben Obrigkeit gerettet und viel Gutes mehr zu deiner Ehre und deiner lieben Gemeinde Erbauung und zur Beruhigung der geängstigten Gewissen ausgerichtet. Danket dem Herrn Zebaoth, daß er so gnädig ist und thut immerdar Gutes. Preise, Jerusalem, den Herrn, lobe, Zion, deinen Gott, der sein Wort giebt mit großen Scharen Evangelisten, und alle, die den Herrn fürchten, sollen sagen: Seine Gnade und Wahrheit waltet über uns in Ewigkeit. Nun, du treuer Gott, du hast uns bisher wider so manche Gefahr, Verfolgung und Verwirrung in diesem Licht gnädig erhalten, so bewahre es ferner und erhalte den Heilsbrunnen der allein seligmachenden Lehre in Fried und Ruhe bei uns und unsern Kindern, daß die Stadt Gottes fein lustig bleibe mit ihren Brünn­lein. Erwecke auch bei uns allen wahre Gottseligkeit, daß wir behalten, was wir haben, und unsern Schatz nicht durch Undant verscherzen, sondern recht evangelisch, desselben würdig leben und dort dich ewigen Gott, Bater, Sohn und heiligen Geist, loben und preisen mögen in alle Ewigkeit. Amen.

86. An öffentlichen Buß- und Bettagen.

Barmherziger, ewiger Gott und Vater unsers Herrn Jesu Christi,

du Herr Himmels und der Erde, wir armen, elenden Sünder bekennen vor deinem allerheiligsten Angesichte, daß wir leider mit unsern Vätern gesündigt, daß wir mißgehandelt und gottlos gewesen mit unsern vielfältigen schweren Sünden, auch deinen gerechten Zorn und allerlei Strafen, ja den endlichen Untergang wohl verdient haben. Solche unsere begangenen Sünden reuen uns von Herzen, und dieweil du unser aller Vater und liebreicher Gott bist, der du dich also erklärt haft: So wahr als ich lebe, ich habe keinen Gefallen am Tode des Gottlosen, so fliehen wir zu deiner inbrünstigen und herzlichen Barmherzigkeit, demütig bittend, du wollest aller unserer Übertretung nicht gedenken, sondern vielmehr eingedenk sein deiner grundlosen Güte und Barmherzigkeit. Ach Vater und Herr, strafe