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Wernigerödisches Gesang-Buch, Begreifend 852 : geistreiche so wol Alte als Neue Auserlesene Lieder ; mit den Noten der unbekannten Melodeyen u. einem Kleinen Gebet-Buch versehen ... ; [nebst] Nachlese
Entstehung
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Von der Geburt

1

Findelein Jch muß es fren gestehen, Die glaubens fiffe find zu schwach, Daß ich nicht frisch kan gehen. Es thut mir in der seelen weh, Daß ich den himmel vor mir seb, Und kan fein nicht genieffen.

9. Wolan, so biete mir die hand, Und schencke mir den glauben, Zerreißse des unglaubens, band, Daß mir nicht wil erlauben Za deiner frippen mich zu nahn: Jes doch der glaube flammt sich an. Hilf, HErr, mir vom unglauben!

10

Belch ungemeines Liegt dorten in dem Frippelein, Im stroh und heu vergraben!

3. So hat der Heiland aller welt, Als hirte dieser erbe, Sich bier im stalle eingestellt, zn sam len seine heerde. Ja mir auch mir ruft er ist zu: Komm doch, ver. lornes schäfgen du, Komm, Fomm zu meiner Frippen!

4. Ach! aber ach! was hålt mich auf, Daß ich nicht im gebe: te, Mit los gelaffaem freyen lauf, 3u deiner Frippen frete, Daß ich nicht voller freudigkeit Zu dieser angenehmen zeit Mein hert zu Dir erhebe?

5. Was hinderts, daß die glau, bens, hand Nicht alle schaß er greiffet, Die mir dein angeneh, mer sland Bor augen hat gehäus fet? Warum, warum umfaß ich nicht Dein mehr als englisch an. gesicht, und füß es mit verlangen?

6. Hier lieget GOtt mit fleisch und bein, In windeln eingefleis det. Der wil gang arm und dürf tig seyn, Der doch die armen wei det. Der Gottheit schönste freud und luft Liegt hier an einer weis ber brust In einem finstern stalle.

7. So ist das gange himmel, reich In einem flall geflossen. Der engel ruft: das ist für euch; Kein mensch ist ausgeschlossen. Mein Heiland, ach! was sieh ich nun: Solt ich nicht muntre schritte thun, Dich frölich zu umfassen?

8. Uch: aber, mein erlöfer och

10. Vergnügter wechsel, selger tausch, Ich schmecke deine gute. Mein Heiland, welch ein fanfter rausch Durchwehet mein gemüs the. Das kindlein rufet: ich bin dein. Der glaube rufet: du bist mein. O freuden reicher wechsel!

II Du findlein haft mir einen siraht In meine brust gespielet, Daß sie so schnell und auf einmal Die glaubens flamme fühlet. Kaum bört ich dein holdselig wort: So packte sich der zweifel fort; Der glaube frigte flügel.

12. Jet lauf ich nach der fripe penzu, Aufwohlgebahntem pfas de, Dafind'ich leben, heil und rub, Und nehme gnad um gnade. Jch küsse dich; du fuffest mich. Mein ganger geift verlieret fid), Und wird in dich verschlungen.

13. Und o! ein feliger genuß, Den ich im herken habe. Die weit liegt unter meinem fuß, Die fünde geht zu grabe. Es weicht der teufel, höll und tod, Und wer

mir