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Verbessertes Gesang-Buch zum Gebrauch bey dem öffentlichen Gottes-Dienst sowohl als zur Privat-Erbauung
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128 Am 27. Conntage nach Trinitatis.

ich Fenne euer nicht. Darum wachet denn ihr wijet weder Tag noch Stunde, in welcher des Menschen Sohn kommen wird.

1 V. v. 1. bis 11.

Von den Zeiten aber und Stunden, lieben

Brüder ist nicht noth euch zu schreiben, dennihr felbst wisset gewiß, daß der Tag des HErrn wird kommen, wie ein Dieb in der Nacht. Denn wann sie werden saogen, es ist Friede, es hat keine Gefahr, so wird sie das Verderben schnell über­fallen, gleichwie der Schmerz ein schwanger Beib, und werden nicht entfliehen. Ihr aber, lieben Brüder, send nicht in der Finsterniß, daß euch der Tag wie ein Dieb ergreife. Jhr send all zumal Kinder desLichts, und Kinder des Tages, wir sind nicht von der Nacht, noch von der Fin sterniß. So lasset uns nun nicht schlafen, wie die andern, fondern laffet uns wachen und nüchtern seyn. Denn die da schlafen, die schlafen des Nachts. und die da trunken sind, die sind des Nachts trunken. Wir aber, die wir des Tages sind, sollen nüchtern seyn, angethan mit dem Krebs des Glaubens und der Liebe, und mit dem Helm der Hoff nung zur Seeligkeit. Denn Gott hat uns nicht gesert zum Zorn, sondern die Seeligkeit zu besigzen, durch unsern HErrn JEfum Christum. Der für uns gestorben ist, auf daß, wir wachen oder schlafen, zugleich mit ihm leben follen. Darum ermahnet euch untereinander, und bauet einer den andern, wie ihr denn thut.