Dorrede.
m Durch solches Singen können die weltlichen Sauf und Huren- Lieder gedámpfet werden, die sonst als die allergiftigfte Best viele unschuldige bHerken verderben. Darun als der selige Lutherus sein Gesang, Buch - drucken ließ, worinnen die Lieder in vier Etimmen gebracht waren, bes eugt er, daß es deswegen auch geschehen, weil er gerne wolte, daß doch le die Jugend welche sonst folle und müsse in der Musica, und andern rechs ten Kunsten erzogen werden, etwas hätte, damit sie die Buhlen Lieder e und fleischlichen Gefänge los würde, und an derselben statt, etwas Heils fames lerne, loc. cit. b.
5.
Ja, durch dieses Singen kann allen Sünden und fleischlichen Vere chungen machtiglich vorgebenget werden. Daher auch unser, durch die Erfahrung wohl geübte Lutherus, allen Angefochtenen den Rath aiebt, daß fie fleißig fingen sollen. Tom. II. pag 616. a. Solch Singen verfüffet auch alles Creutz und Leiden. Solch Singen vereiniget Engel und Mens fchen mit einander, wie der fel. Arnd 1. c. p. 323. redet, und Hr. D. Müller 11. c. p. 1023. fpricht: Das Lob( GOttes ist der Engel Leben und Freude: Drum haben sie auch die Menschen lieb, und gesellen sich gerne zu ihnen, die täglich( GOtt loben und ihre Mitsinger sind. Wir sollen dort den En geln gleich werden in der Klarheit, davon wird hier der Anfang gemacht, in einem andächtigen Lobe GOttes. Ein Mensch, der täglich GOtt lobet, ist ein leibhaftiger Engel. Ja, in folchem rechten Singen ist der Anfang des Himmels auf Erden, ein wahrer Vorschmack der ewigen Freude. Wie Hr. D. Müller am angezogenen Orte weiter meldet, auch Hr. D. Lütkes mann in der Harfe von zehen Saiten p. 562. bejeuget:, unter solchem Singen,( sagt Hr D. Carpiem Tom. I. Leichenpr. p. 543.) werden die Glaus bigen wahrhaftig in dem Himmel entzückt, daß ihnen anders nicht ist, als ob sie unter den heiligen Engeln waren, und mit ihnen ihren GOtt lobe: ten. Da nird das Herk voll Heiligen Geistes, und empfindet eine rechte Himmels Luft und Freude. Ach! solte nicht um solches unaussprechlichen Nußens willen folch Singen und Lob GOttes, so lange ein Oden in uns ist, geübet werden.
Aus dieser angezeigten, an sich unstreitigen Chriften. Pflicht und Nutzbarkeit des rechten Eingens, fliesset von selbsten, daß jeder Gläubi ger, fo viel er kann, willig beyzutragen habe, was solche Pflicht auszuüben und solchen seligen Nußen zu erlangen, dienlich ist.
Wann nun solches vornemlich dadurch mit göttlicher Hilfe geschehen Fann, wenn gute Gesang Bücher, darinnen man recht geistliche Lieder finden kann, angeschaffet werden; so ist allerdings nöthig, daß man denen Chrifil. Gemeinden, solche zu erlangen, behalflich sen, zumal, da die Lieder ein Stück unsers Christlichen Bekenntnisses und öffentlichen Gottesdienstes find; Daher es allerdings auch in die Sorge eines treuen Lehrers läuft, daß solche Lieder in den Kirchen und Häusern gesungen werden, die dem Gottlichen Worte gemäß und sein deutlich sind; Wie Hr. D. Balduinus b 1. c.


