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Weimarisches Gesangbuch : nebst einigen Gebeten zur öffentlichen und häuslichen Andacht / [[mit] Vorrede von J. G. Herder]
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Gebete bey verschiedenen Umständen.

Ståte erreichen lassen, da nun mein müder keib sich wieder erquicken soll. Nimm hin den demüthigen Dank für alle Barmherzigkeit und Treue, die du an mir gethan haft. Vergieb mir, geliebter Vater! alle meine Schuld, und laß um Chrifti willen, deine Gnade nicht von mir weichen. Bedecke mich mit deinem måchtigen Schil de wider alle Gefahren. Laß mich den Morgen frölich wieder sehen, daß ich mit frohem Herzen rühmen und sagen könne: ,, Gott ist ben mir; ich bin ficher und fürchte mich nicht. Der Herr ist mein Licht und mein Heil: wovor sollte ich mich fürchten? Der Herr ist ,, meines Lebens Kraft: wovor sollte mir grauen? Sei ,, ne rechte Hand schüßzet mich; seine Güte leitet und segnet mich." Amen!

Gebet nach der Reise.

Der Herr hat seinen Engeln befohlen über dir, daß sie dich behüten auf allen deinen Wegen: daß sie dich auf den Händen tragen, und du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest. Ps. 91, 11. 12.

Gelobet fenst du, treuer Gott, daß du diese deine Ver­heißung auch an mir erfüllet; daß du mein Gebet erhö ret haft; daß du mein Schuß auf allen meinen Wegen gewesen bist, und meine Reise zu einem guten Ende ge­bracht hast! Viele Gefahren hast du von mir abgewandt; ich gedenke jetzt, da ich in Sicherheit bin, mit einem ges rührten Herzen daran. Der Unglücksfälle, die mir im Verborgenen droheten, die mir unbekannt geblieben sind, find gewiß noch weit mehrere. Aber du hast mich behu­tet, und sicher zu den Meinigen geleitet. Ich frolocke jest: es ist gut, unter der Obhut Gottes stehen, und fich seinen beschützenden Händen voll Vertrauen übers lassen. Diese Erfahrung, die ich nun aufs neue ges macht, stårke mich in meinem Glauben an deine Vorse­hung. Allmächtiger Gott! laß ferner deine Augen über mich zum Schuß offen stehen; dein Segen sey allenthal

ben