Aufmunterung zur Morgensandacht.
aß der Anfang unserer Werfe vom Himmel berge. nommen werden müffe, bat schon långft die blinbe Heidenschaft erkennet. Es wäre also eine Schande, wenn ein Chrift den Anfang jedes Tages feinem Gott und Herrn nicht geben wollte, eine Schande, welche sogar die unvernünftigen Creaturen nicht an sich dulden wollen. Die lieben Vogel auf dem Fide fangen frühmorgens zu pfeifen und zu singen an, als wollten sie ihren Ecopfer loben und benedeyen, um von demselben ihre nötbtge Nah. rung fu erhalten.
Von dem heiligen Apostel Petrus erzähler der heilige Pabst Elemens, daß er fáglich in der Frübe das chriftgläu. bige Volk zusammen rief, ganze Stunden lang im Gebeth und Lobe Gottes mit demselben verharrte. Welcher 186. liche Gebrauch auch bey den ersten Christen sehr eifrig un. terhalten wurde, also, daß Plinius dem Kaiser Trajanus Aufhrieb, bey Untersuchung der Chriften fönne er nichts Tabelhaftes finden; und leget thnen dieses fob zu: Mor. gens in aller Frühe, wann andere unfers Gleichen noch schlafen, kommen tiefe zusammen, bethen und singen, Christum und ihren Gott zu ebren.
Diesem Eifer der ersten Christen ist nachgefolget ber beilige feraphische Vater Francifcus; wie in seinem Leben zu lesen ist. Dieser, so oft er frühmorgens die Vögel pfei. fen hörte, pflegte seine Geistlichen anzureben: Höret, liebe Brüder, wie die Vögel thren Schöpfer loben! auf mit Herzen und Mund! laffet uns aufstehen, und mit ib. nen den großen Gott loben und preisen!
Folge nach, chriftliche Seele, und schenke die Erftlinge des Tages deinem Gott, benfend: wie viele sind ge. ftern Abends mit mir schlafen gegangen, und haben diese Nacht vor dem ftrengen Richterstuhle Gottes das erschred. liche Urtheil: Weiche, bu Vermalebenter, in bas ewige Feuer! anboren müssen: mir aber hat Gottes Barmher. gigkeit verschonet, diesen Tag wieder erleben laffen, an welchem ich meine Sünden abbüßen fann!
Morgens,


