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Gesangbuch zum gottesdienstlichen Gebrauch der Reformirten Gemeinden in Kurpfalz
Entstehung
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des Herzens ic.

die du mir darreichest, bin ich doch öfters schwach und unge duldig gewesen. Wie schäme ich mich dieser ungläubigen Kleinmüthigkeit! Wie sehnlich verlanget meine Seele, mit der Macht deiner Stårke gerüstet, künftig unbeweglicher zu stes hen? Erhebe dich dann mein Geist, und lerne mit erleuchteter Vernunft alle widrige Schicksale dieses Lebens zu betrachten. Ift Gott nicht dein Vater und dein Schuz? wird er dich dann wohl in Prüfungen führen, welche nicht zu deinem Besten ab. zielen sollten? Ist er nicht der weise Regent des Hintmels und der Erden? der gütige Vater aller Menschen? Wird er also nicht schon, ehe dich dieß Leiden betraf, die besten Mittel erse hen haben, dich aus demselben zur gehörigen Zeit zu erretten? Des Herrn Rath ist wunderbar, und er führt alles herrlich hins aus, seine Barmherzigkeit hat kein Ende, seine Güte ist alle Morgen neu, und seine Treue ist groß, und wie darf ich murs ren unter dieser leichten Laft, die mein Gott mir auferleget hat? Was war ich ohne ihn? Kein Tag meines Lebens vergieng. an welchem ich nicht wider seine Geseze gesündiget. Wie viele Uebertretungen meiner Jugend reden nicht wider mich? Wie manche unheilige Begierden, unnüze Worte, unverantwortli che Werke haben nicht auch nach der Zeit mein Herz und meis nen Wandel befleckt? Wie, wenn der gerechte Gott mit mir handeln wollte nach meinen Sünden, könnte er nicht aufs empfindlichste mich züchtigen? und er züchtiget doch nur als ein Vater. O, so will ich denn diese wenigen Schläge zu meis ner Besserung gelassen erdulden, gerne meinen Gott loben, daß er mich doch von ewigen Qualen errettet, mit dem Reichthum feiner Güte mich überschüttet, Gesundheit und Stärke zu meis nen Arbeiten mir verleihet, und mich mit unzähligen Freuden erquicket hat. Das Gute haben wir von dem Herrn empfangen: das Böse wollen wir denn auch geduldig annehmen. Doch es ist nicht einmal etwas Böses; Nein, unsere Leiden und Wis derwärtigkeiten sind Wohlthaten und Arzeneien für unsere krans ke Natur; sie lehren uns heilsamlich, wie eitel alles unter der Sonne sey, und sind die geschicktesten Mittel, uns mit uns selbst bekannter, demüthiger, vorsichtiger und weiser zu machen. " J

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