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Gebet-Buch eines Katholischen Christen
Entstehung
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die deiner herrlichen Absicht entgegen kämpft, und ohnmächtig arbeitete ich, das Werk dei­ner Liebe zu zernichten. Ich mißbrauchte die Kraft, dein Geschen.' wider dich, lohnte deis ne Liebe mit Undank, und doch lächeltest du mir Erbarmung zu. Ein Hauch von dir hätte mich zernichtet, ein Blick in unzählige Ab­gründe gestürzt; doch hast du mich nicht zer­nichtet, doch hast du mich nicht in Abgründe gestürzt. Du hast Erbarmung gehabt mit der Schwäche des Sclaven der Sinnlichkeit. Alle deine Rache war Liebe, alle deine Winke Winke zu meinem Glücke, zur Verfchonung; und ich konnte dich so lange miğfennen! O, beschämt seh' ich zurück in mein Herz, lese mit Schande die Reihe meiner bösen Thaten, das Empören eines Ohnmächtigen, das Empören eines Würmchens, dem ein Sandkorn eine Welt ist gegen den, der die Engel schuf, und die Millionen der Welten in den Raum der Schöpfung hängt!- und doch Versöhnung, doch Mitleiden für mich! wie groß muß deine, Liebe seyn! O gib mir Thränen, daß ich zer­fließe! Reue, die mich verzehre, damit der Wurm sich selbst zum Opfer der Versöhnung bringe! Aber wie. übersteigen meine Sün­den nicht alles Maß? habe ich eine Kraft,

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