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Fürstlich Nassauisches neues verbessertes Gesangbuch : zur Beförderung der öffentlichen und häuslichen Erbauung ; [nebst] Sammlung einiger Gebete zur Unterhaltung der Andacht
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Gebet bey Donnerwettern.

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zählichen und unermeßlichen Liebesproben weihe ich mich dir aufs neue ganz und gar. Du sollst mein Alles seyn. Dir, nur dir will ich leben: Dir will ich sterben. Dich will ich in der Ewigkeit, in den Chören deiner heis ligen, seligen Menschen und Engel preisen. Amen.

Gebet bey Donnerwettern.

ott, du allmächtiger Herr der Welt, der du grose Dinge thust am Himmel und auf der Erde, und deine ewige Kraft und Gottheit sehen läffest an deinen Werken! Herr, mein Gott, du bist sehr herrlich, wenn du den Himmel mit schwarzen Wolken verdeckest, und aus deinem heiligen Dunkel deine Blize leuchten und deine Donner hören läsfest: Die lebende Natur ist still vor ihrem Herrn, und hört ehrbietig die Stimme des Schöpfers, die herrlich und mit Macht daher gehet in Blizen und Donnern, in Sturm und Hagel und grofen Waffergüffen.

Ich bete dich an, mein König und mein Gott! ich ehre dich in deiner majestätischen Pracht, und freue mich, daß du daben auch die Liebe bist, und daß ich dich Vater nennen darf, meinen Vater, durch Jesum Christum. Wie groß ist deine Macht im Wetter, du Gott der Ehren! Du siehest die Erde an, so bebt sie: du rührest die Berge an, so rauchen sie. Aber wie gros ist auch deine Weis: heit und Güte, welche unsere Erde auch in Wettern wohlthut, die schwüle Luft von schädlichen Dünsten reiniget, die melkenden Gewächse erfrischet, und die schmachtenden Geschöpfe erquicket. Herr, wie sind deine Werke so groß und viel! Du hast fie alle weislich ges ordnet, und die Erde ist voll deiner Güter.

Olaß mich ist mit findlicher Ehrfurcht und Freude hinaufsehen nach deiner heiligen Höhe! Laß meine Anz dacht nicht seyn, wie das Gebet der Sünder und Heuch: ler, die im Wetter sklavisch zittern, aber bey heiterm