Der 29te December.
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Wenn es doch immer Frühling oder Sommer wåre, nur nicht Winter! Kindischer Wunsch! Wie? wenn alles Zucker wäre? Nehmt einen Mos nat im Jahre, welchen ihr wolltet, für beständig an, so sind eure Uecker und Gärten verlohren; entweder unreif oder verdorrt. Die schiefe Richtung unfrer Erde gegen die Sonne wäre allein hinrefe chend, einen Atheisten zu belehren. Dieser haben wir die Jahrszeiten, die Bewohnbarkeit des gane zen Erdbodens und Millionen angenehme Verans derungen und Früchte zu danken. Die Länder uns ter der Linie und unter dem Pol wurden dadurch einr Gewächshaus und eine Etsgrube für uns. Der Winter, o: er furiret vielleicht mehrere, als es die Früslingskuren thun.
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Auch in der moralischen Welt heilet er mans che Gebrechen. Denn auch hier giebt es Jagden und Arbeiten, die sich im Sommer nicht so gut vornehmen lassen. Wie viele tåndeln nicht bei ware mem Sonnenschein, wie ein Mückenschwarm, wel. che jezt vernünftiger seyn müssen. Der landmann hat nun mehr Langeweile, und der Städter und Gelehrte haben mehr Arbeit: beide können diesen Wechsel zum Vortheil anwenden. Im Winter ist die Gesellschaft geschleßner, folglich ordentlis cher und angenehmer. Redouten und Bälle zwar
doch ich rede ja von der Natur. Mit dem Gefünftelten ist es, wie mit studierten Speisen; schön, aber leicht schädlich; und sie werden meist nur für verdorbne Magen bereitet.
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Winter! Vorrath! Alter' Grab! schwisterte Ideen! Ehe ich einschlafe will ich sie Tiedens ubenband. II. Th. Kt
noch
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