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Der 28te December.
Aldern und Muskeln wieder zusammen hailet. Und bas Fieber, welches bei den meisten Krankheiten sich ungerufen als Arzt einstellet. Leget dieser Mes difus seine Besuche zu ordentlichen Stunden ab, und überwerfen sich unser bezahlter Arzt und Apos theker nicht mit ihm: so verrichtet er Wunderkus ren. Verläßt er aber unser Bette nicht; oder bes mühen wir ihn wieder zu uns, da er faum wegs gegangen war: ja alsdann ist die Gefahr grösser, und wer ist schuld daran? Das Fieber ist in den meisten Fällen eine grosse Wohlthat Gottes. So auch der Schnupfen, wenn wir ihn, durch verzárs telte Lebensart, nicht zur Gewohnheit machen, und dadurch die Schwindsucht herbei rufen. Aber ges gen Einen, der diese Wohlthaten erkennet, sind Hundert, die darauf schimpfen.
Gesundheit ist ein edles Gut, aber nicht das höchste: sonst wären alle Gefunde vergnügt. Krant heit ist nicht das größte Ulebel:( nur ein blutendes Gewissen ist es) sonst wäre fein stecher Gellert zue frieden gewesen. Seine geistliche Lieder, welche mehr Nuzen schaffen, als neuere Missionen und als tausend noch so dicke Postillen, haben wir wahrs scheinlich dieser Kranklichkeit zu danken. Mancher Fürst oder Minister wurden frank, als sie eben eis nen schrecklichen Krieg anfangen wollten. Wurs den Alexander der Grosse, Karl der Zwölfte und Peter der Dritte nur 40 Jahr alt: so mezelten sie Die Stammvåter von einer Million jest blühenden Familien noch weg. Denkt euch, was die huns Dert tausend Kranken unsers Landes in diesen Tas gen thun würden, wenn sie gefund wären; und entscheidet es selbst, ob Gott nicht das Böse zum Guten


