502
Der 26te December
sie hallet wieder von einer Sonne zur andern. Fres dische Sommer und Winterkönige erhalten erst wahren Glanz, wenn sie, gleich Erzengel, ihre Gröss se über die Niedrigkeit Jesu vergessen. Ein Land fann ebe aller Monarchen, als die fündige Welt eines Erldfers entbehren; denn ohne ihn trüge sie nur Dornen und Tod.
Freude und Dank! Wie, wenn mir beides fehlte. Es war doch eine Zeit, wo ich mich dem heiligen Chrifto findisch entgegen freuete: aber statt seiner empfieng ich Kleinigkeiten und Zuckers werk, und der Dank stieg höchstens bis zu meinen Eltern. Eine niedrige Atmosphäre; Indessere war es doch Freude und Dank, so kümmerlich beides auch war: aber was jezt? Es giebt wenig Erwachs fene, die innigere Freude, und regere Dankbarkeit, nach der Zeit der Weihnachtsgeschenke, empfunden hätten. Hören die Eltern auf, so kommt das Christs bescheeren und Sündigen an uns, und Dank und Freude sind weg.
Freude über die Geburt Jesu! Ohne ihn müßte ich ja ein Thor oder Teufel seyn. Denn alsdann war das Bergnügen des Wucherers in seis ner Orangerie, und des ehrlichen Landmanns in seis nem Beitchengarten einerlei. Ohne einen Erldser wäre es Pflicht; sich von Mächtigern betrügen zu lassen, ohne jemals Ersaz zu heffen: oder( was noch schwerer ist!) ich müßte selbst betrügen, um mich nur das Bischen Leben hindurch zu erhalten. Das Ende von beiden aber wäre der Tod, Vers dammniß oder Vernichtung. Mutter, die du mich gebarst, dir mußte ich( wie unnatürlich) gram
were


