496
Der 24te December. Jauchzet, Völker! jauchzt: gelobt sey Gott!
Preißt ibn durch frohe Lieder! Sagt, Berge! nach: gelobt sep Gott! 3hr Thaler! hallt es wieder.
Auch ich will den Herrn loben, so lange ich bie bin, und die tausendfache Erinnerung gött licher Wohlthaten soll mir täglich ein Gedankens fest seyn. Die Schöpfung ist eine Sinfonie vor Gott, und auch ich bin eine Note darin. Es ist wahr, selbst der Gottlose, der den Herrn nicht loben mag, muß die Harmonie im Ganzen wider Willen vers mehren helfen: denn er verhält sich dazu wie eine Pause. Aber, wer athmen kann, schadet sich felbst, wenn er den Othem an sich hålt. Ich bin niemals gröffer, als wenn ich Gott rühme.
Ich sah oft die purpurne Morgenrdthe der Sonne, oder ihren Rubinglanz, wann sie unter dem frohen Getümmel der Schnitter untergieng. Uch Gott! ein Drittheil derer, die mit mir zus gleich gebohren wurden, sahen es nicht. Früher Tod, Blindheit, Gefängniß oder Faulheit hielte fie ab. Ich kann lesen: nicht der sechste Theil der Menschen kann es. Ich werde, für feuchte und falte Luft der Nacht, in Betten erwärmt, zu wel: chen tausend Menschen und Thiere mir verhelfen mußten; gleich als ob noch so viel an mir gelegen
13
ware!


