Der Monat Julius.
Der ite Julius.
3um Himmel nie zu jung,
Bur Tugend nie zu matt:
Roch heut, o Mensch! sey lebenssatt: Dazu sind Tage genung.
S
ie alt muß ich denn werden, um meine gesamte Pflichten nach Möglichkeit zu erfüllen? Gehören immer Jahre dazu, ehe sich eine neue Tugend entwickeln kann? Wie unglücks lich, wenn ich von der Zeit abhienge! Nein, sie hänget von mir ab: denn ihre Dauer beruhet auf der Vielheit unsrer Gedanken oder Handluns gen. Ein fünfzigjähriger Mensch, der zwanzig Jahre verschlief, und zwanzig andre nach Leib und Seele mäßig gieng: hat er so viel gelebt, ist er so alt als ein Jüngling, der jeden Tag mehr dachte, hörte, sab; als jener binnen Monatsfrist? Es giebt tråge Kinder, welche im vierzigsten Jahs re erst verständlich reden und halbmenschlich dens ten lernen. Nicht der Körper, sondern die Sees le bestimmt unsre Lebenslänge.
Tiedens Ubendand. II. The
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