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Gebethbuch zum Gebrauche für katholische Christen bey der öffentlichen und häuslichen Gottesverehrung
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VI. Jesus wird verläugnet.

Voll des Muthes und Vertrauens auf feine eignen Kräfte erboth sich Petrus kurz vorher, für seinen göttlichen Lehrmeister ju sterben. Nun läugnet er dreymal, ein Jüns ger Jesu zu seyn, und betheuert diese Ver, laugnung noch mit einem Schwure, Jesus wendet sich gegen den meineidigen Junger, und wirft ihm einen Blick voll Mitleids zu. Der Hahn krähet, und sein Herz zerschmilzt in Wehmuth und Reue. Er geht eilends aus dem Vorhofe, und weint bitterlich Der Jünger Petrus soll uns zu einem warnenden Beyspiele dienen. Wir sehen an ihm, wie schwach der Mensch ist, der auf seine Kräfte baut. Wir wollen daher auf unsre Tugend nicht zu viel trauen, sondern stets wachen, bethen, und jede Gefahr zur Sünde forgfäls tig meiden. Sind wir aber wirklich gefallen, so wollen wir den büßenden Petrus zum Mus ster nehmen und mit allem Ernst nach Besfes rung ringen. Was wir dabey nicht aus eignen Kräften vermögen, das wird uns möglich durch die Gnade Gottes.

Verleih uns o Jesu, deine stärkende Gnade, um jeder Versuchung zur Sünde zu widerstehen, unsre Fehltritte, wie Petrus, n