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Gebethbuch zum Gebrauche für katholische Christen bey der öffentlichen und häuslichen Gottesverehrung
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IV. Jesus steht vor Kaiphas. Jesus wird vor dem jüdischen Hohenpries ster Kaiphas und der ganzen Nathsversamm lung falsch angeklagt, und er schweigt; fals sche Zeugen bestätigen die Verläumdung, und er redet immer nicht. Durch dieses Schweiz gen wollte er uns die schöne Lehre geben: ,, Wer sich im Schweigen übt, der rüstet sich zur Geduld." Jesus wird im Namen Gots tes gefragt, wer er sey, und nun öffnet er seinen Mund und bekennet laut, daß er der Sohn des Allerhöchsten sey, ob er gleich vore aussieht, daß ihm dieses Bekenntniß als eine Gotteslästerung werde angerechnet, und er zum Tode verurtheilt werden.- Durch sein Stillschweigen ermahnt uns hier Jesus, daß auch wir dulden und schweigen, und die Vers leumdungen durch einen guten Lebenswandel widerlegen sollen; sein Reden aber fordert. uns auf, laut und ohne Scheu dort zu spres chen, wo es Gottes Ehre und des Nächsten Wohlfahrt erheischt; obschon wir einsehen, daß wir der Wahrheit wegen gehaßt und verfolgt werden.

Bewahre uns, o Herr! vor jeder Ver: legung der Ehre und des guten Namens unsers Nebenmenschen. Flöße uns den Much ein, zu deiner Ehre und des Nächsten