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Aber wie kurzsichtig, wie unbedachtsam und schwach bin ich! Wie oft wähle ich das, was dein Geseß verbiethet, meine Wohlfahrt zerstöret, und, meinen Mitmenschen Schaden bringt! So erleuchte denn meinen Verstand, o Gott! damit ich einsehe, was deinem hei: ligsten Willen gemäß ist. Erwärme mein Herz, und unterstüße mich durch höheren Beystand, damit ich das erfannte Gute ausübe, und das thue, was meine Vollkommenheit und meiner Mitmenschen Heil befördert. Laß mich zur rechten Zeit durch die Stimme meines Gewissens vor dem Bö: sen warnen und zur Tugend ermuntern. Laß an diesem Tage, der vielleicht der letzte meines Febens ist, alle meine Gedanken, Worte und Werke dir geheiligt seyn. Laß mich in der Stunde der Versuchung auf dein heiliges Gefeß, auf deine erbarmende Liebe und auf die herrliche Belohnung jen: feits des Grabes blicken, und durch das Andenken an dich, den unsichtbaren Zeugen aller meiner Handlungen, über die Reitzung zur Sünde fiegen und im Guten verhars
ren.


